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left action - linksradikale Gruppen in  Leipzig - Termine aus Leipzig
 

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date, time, location, Aktionsform

Inhalt

weitere Infos & organisierende Gruppe

05.06.2016
Seminar


10:00 Uhr

Leipzig
Autodidaktische Initiative
Georg-Schwarz-Straße 19
Geld macht Beziehungen
Über den Zusammenhang von Geld und Beziehungen in den Arbeitsfeldern Bildung, Erziehung und Soziales

Über die letzten Jahre gibt es eine zurecht breit geführte Diskussion zu tariflichen Eingruppierungen im Sozial- und Erziehungsdienst. Dabei geht es hauptsächlich um Quantität: die Forderung nach besserer Bezahlung in den Arbeitsfeldern Bildung, Erziehung, Soziales.

Allerdings wird der Zusammenhang zwischen Geld und Beziehungen im Alltag von Menschen selten vertiefend hinterfragt. Dies ist das Anliegen in unserem Tagesseminar.

Den Hintergrund bilden dabei die Grundannahmen:

Arbeit in Bildung, Erziehung, Sozialem ist zuerst und vor allem Beziehungsarbeit.
Diese Arbeit ist durch Geld vermittelt.
Geld beeinflußt Beziehungen.

Ausgehend von diesen Grundannahmen kommt man in Diskussionen stets auf eine Anzahl von Themenkomplexen zu sprechen, z. B.:

Professionalisierung und Institutionalisierung
Zwischenmenschlichkeit und Arbeitswelt
Selbstwert und Anerkennung
Tarifstruktur und Lohngerechtigkeit
Leistungsideologie, Arbeitsverdichtung, Kontrollfetisch
Gebrauchswertversprechen, Tauschwertrealisierung,
Gebrauchswertverausgabung
Solidarität und Selbstdistanzierung
Dienstleistungsmentalität und Kundenorientierung
Qualitätsstandards und Fachlichkeit
Verhandlungskultur und/oder Behandlungsplan

Erfahrungsgemäß entwickeln sich Diskussionen je nach Gruppenzusammensetzung entlang unterschiedlicher Aspekte dieser Themenkomplexe. Das Konzept für unser Tagesseminar sieht eine Orientierung an den Interessen der TeilnehmerInnen vor. Die Veranstaltung ist ergebnisoffen konzipiert. Über eine Strukturierung und Verdichtung der von den TeilnehmerInnen eingebrachten Aspekte kristallisieren sich Schwerpunkte heraus, die dann gemeinsam aufgegriffen werden. So wollen wir einen Zugang zu Fragestellungen gewinnen, die uns selber betreffen.

Das Seminar ist kostenfrei

Um Spende nach Selbsteinschätzung wird gebeten,

sowie die verbindliche Anmeldung unter: info[ät]adi-leipzig.net

Da das Seminar bis 18 Uhr geht müssten sich die Teilnehmenden um ihre Verpflegung selbst kümmern, deswegen bringt mit was noch im Kühlschrank ist und wir schmeißen zusammen und kochen was Leckeres daraus!
ADI e.V.

adi-leipzig.
net/?p=2280


06.06.2016
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

Leipzig
die naTo
Indonesien 1965ff. – Die Gegenwart eines Massenmordes
Buchvorstellung und Diskussion mit der Herausgeberin Anett Keller Film: Jembatan Bacem (Die Bacem-Brücke, Indonesien 2013)

Die antikommunistischen Massenmorde in Indonesien, denen Mitte der 1960er Jahre Hunderttausende Menschen zum Opfer fielen, zählen zu den furchtbarsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Die Gewalt geschah weder spontan noch isoliert: Der Westen unterstützte den Militärdiktator Suharto mit Geld und Logistik. Suharto revanchierte sich, indem er das größte und rohstoffreichste Land Südostasiens für westliche Firmen öffnete. Viele, die die Gewalt überlebten, verbrachten Jahre im Gefängnis, zumeist ohne Gerichtsverfahren. Die meisten »65er-Häftlinge« kamen erst Ende der 1970er Jahre frei. Danach blieben sie und ihre Familien Stigmatisierte – und sind es bis heute.

Das politische Lesebuch »Indonesien 1965ff.« (regiospectra 2015) ist der erste deutschsprachige
Sammelband zum Thema, in dem ausschließlich indonesische Autorinnen zu Wort kommen. Überlebende berichten vom Mord an ihren Angehörigen, von Haft und Folter; aber auch von der
Solidarität jener, die der Entmenschlichung mutig die Stirn boten. Wissenschaftlerinnen und Aktivist_innen beschreiben, wie schwierig sich die Aufarbeitung der Vergangenheit angesichts bis in die Gegenwart zementierter Machtstrukturen und Denkmuster gestaltet.

Anett Keller, Herausgeberin von »Indonesien 1965ff.«, hat während der letzten Jahre in Indonesien gelebt und von dort als freie Journalistin berichtet. Sie hat Überlebende der Massaker getroffen und in verschiedenen Medien Artikel zur Aufarbeitung der Verbrechen von 1965ff. publiziert. Anett Keller
wird uns über die Hintergründe der Ereignisse berichten, über ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart und über die Versuche der indonesischen Zivilgesellschaft, mit den alten Denkmustern
der Suharto-Ära zu brechen.

Im Anschluss an die Buchvorstellung schauen wir gemeinsam den Film »Die Bacem-Brücke«(Indonesisch mit engl. Untertiteln, 30 min). Der von der Überlebenden-Vereinigung Pakorba Solo
und der Menschenrechtsorganisation Elsam gemeinsam produzierte Film führt uns in die zentraljavanische Stadt Solo und lässt Überlebende, Zeugen und Mitläufer zu Wort kommen.

Eintritt: Frei
nato-leipzig.
de/live_
aktuell.php?itemid=57674&bravo=bra572e27c6619bd


07.06.2016
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
galerie kub
Kantstraße 18
Rechtsruck?

Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren ein Schock: Die national-konservative Alternative für Deutschland konnte mit hohen Ergebnissen in alle drei Landtage einziehen, in Sachsen-Anhalt sogar mit 24,3 %. DIE LINKE schaffte in den Westbundesländern den Einzug in den Landtag nicht und erlitt in Sachsen-Anhalt erhebliche Verluste.

Die AfD baut ihren Erfolg auf Nationalismus, Rassismus und Entsolidarisierung auf. Dass sie damit punkten kann, kommt nicht von ungefähr. Dass xenophobe, demokratieskeptische Einstellungen gesellschaftsfähig sind, ist nicht neu, dass sie so unverhohlen und konzertiert hervorbrechen, schon. Die AfD vermag es die Ressentiments gemeinsam mit Pegida & Co zu mobilisieren und auf die Spitze zu treiben.
Gemeinsam mit kundigen Gästen wollen wir den elektoralen und gesellschaftlichen Rechtsruck analysieren. Wie sind die Verluste der LINKEN auch bei Zielgruppe der Arbeitslosen zu erklären? Wieso vermochte es die AfD NichtwählerInnen zu mobilisieren? Wie können AfD und Rechtsruck gestoppt bzw. umgekehrt werden? Sind die Mehrheiten für eine emanzipatorische Transformation dauerhaft passé?

Es diskutieren:

David Begrich, Arbeitsstelle Rechtsextremismus des Miteinander e. V. Sachsen-Anhalt
Antje Feiks, Landesgeschäftsführerin DIE LINKE. Sachsen
Horst Kahrs, Rosa-Luxemburg-Stiftung - Institut für Gesellschaftsanalyse

Moderation:

Juliane Nagel, MdL Sachsen
linXXnet

linxxnet.de

10.06.2016 - 12.06.2016
Kongreß


Leipzig
Welcome 2 stay
Zusammenkunft der Bewegungenen des Willkommens, der Solidarität, der Migration und des Antirassismus

Die wenigen Monate seit dem „summer of migration“ haben unsere Gesellschaft verändert. Die Kraft der Migration hat Grenzen überwunden. Nun werden die Mauern um die Festung Europa wieder geschlossen, das Sterben an den Außengrenzen geht weiter. Rassistische Gewalt und rechte Wahlerfolge erreichen erschreckende Ausmaße. Aber gleichzeitig gibt es unzählige Erfahrungen der Begegnung, der Solidarität und des gemeinsamen Widerstands.

Vor diesem Hintergrund laden wir ein zu einer Zusammenkunft unserer Bewegungen, zu drei Tagen des Austauschs und der Diskussion. Wir wünschen uns, dass Menschen aus den vielen Willkommensinitiativen, Solidaritätsgruppen, Selbstorganisationen von Geflüchteten, aus den antirassistischen und antifaschistischen Gruppen und Netzwerken und aus den zivilgesellschaftlichen Organisationen nach Leipzig kommen.
welcome2stay.org



10.06.2016 - 12.06.2016
Kongreß


19:00 Uhr

Leipzig
Pavillion der Hoffnung (Alte Messe Halle 14)
Puschstr. 9
Welcome2Stay
Zusammenkunft der Bewegungen des Willkommens, der Migration, der Solidarität und des Antirassismus

Die wenigen Monate seit dem „summer of migration“ haben unsere Gesellschaft verändert. Die Kraft der Migration hat Grenzen überwunden. Nun werden die Mauern um die Festung Europa wieder geschlossen, das Sterben an den Außengrenzen geht weiter. Rassistische Gewalt und rechte Wahlerfolge erreichen erschreckende Ausmaße. Aber gleichzeitig gibt es unzählige Erfahrungen der Begegnung, der Solidarität und des gemeinsamen Widerstands. Vor diesem Hintergrund laden wir ein zu einer Zusammenkunft unserer Bewegungen, zu drei Tagen des Austauschs und der Diskussion. Wir wünschen uns, dass Menschen aus den vielen Willkommensinitiativen, Solidaritätsgruppen, Selbstorganisationen von Geflüchteten, aus den antirassistischen und antifaschistischen Gruppen und Netzwerken und aus den zivilgesellschaftlichen Organisationen nach Leipzig kommen. Gemeinsam wollen wir in Workshops und Plenumsveranstaltungen vier Fragestellungen diskutieren, um gemeinsame Handlungsperspektiven zu entwickeln

Das Jahrhundert der Migration: Flucht, Grenze, Kriege
Was war eigentlich vor dem letzten Sommer, wer kämpft hier schon seit Jahrzehnten, fast ungehört und tatsächlich als Menschen zweiter Klasse? Wie ist die Situation der Geflüchteten, die hier angekommen sind? Neue Asylgesetze, „Integrationspläne“, Residenzpflicht, Abschiebungen, Containerdörfer: Was ergeben sich daraus für Aufgaben? Und was ist mit den Menschen auf der Flucht, die noch nicht angekommen sind, die festhängen oder noch warten? In Griechenland, der Türkei, in Syrien, Libyen und anderswo.
Die EU und die deutsche Bundesregierung wollen einen zweiten „Sommer der Migration“ verhindern: Wie machen wir ihn trotzdem möglich?

Über alle Grenzen: Solidarität, Hilfe, Ehrenamt
Was ist in den Monaten nach dem „Sommer der Migration“ passiert – mit uns und mit der Gesellschaft? Die Bewegung der Solidarität ist sehr vielfältig und heterogen, in ihrer Praxis aber oft eindeutig und klar. Ist das ihre Stärke aber zugleich auch ihre Schwäche?Inzwischen geht es nicht mehr nur um unmittelbare, praktische Solidarität, sondern vermehrt um politische Fragen der Behörden und Gesetze, der Grenzen und der Abschottung, des Durchhaltens und des Rechtspopulismus. Wie gehen wir damit um? Ist die Bewegung der Solidarität gleichzeitig eine Bewegung gegen Rechts? Und ist sie überhaupt eine Bewegung?
Helfen wir nur denen, die es hierher schaffen oder helfen wir ihnen auch, es zu schaffen? Was bedeutet Solidarität eigentlich? Wie geht Hilfe auf Augenhöhe? Wo beginnt das Ausnutzen der Freiwilligen durch Behörden und Institutionen? Können wir helfen, ohne uns ausnutzen zu lassen? Wie geht es weiter mit unseren Solidaritätsstrukturen und welche neuen Herausforderungen stellen sich?

In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Soziale Rechte, Antirassimus und Politik
Die soziale Frage, die Frage nach gleichen sozialen Rechten wird durch die Migration erneut und verschärft gestellt. Die Flüchtenden suchen ein Europa der Demokratie und der sozialen Sicherheit, aber das ist längst untergegangen. Wie können wir diese Perspektive gemeinsam wiedergewinnen? Wer hat Zugang zu Wohnraum, Bildung, Jobs? Wer bezahlt und wer profitiert? Wie wehren wir einen Diskurs ab, der nur die „Nützlichen“ willkommen heißen will? Wie können wir globale Gerechtigkeit und Humanität denken und einen solidarischen Antirassismus entwickeln? Brauchen wir eine Linke der Geflüchteten, der Solidarität, des Gemeinsamen? Wie kann daraus ein Programm für eine zukünftige Gesellschaft werden? Was machen wir mit der Erfahrung, dass so viele Basisinitiativen, Kirchengemeinden und Nachbarschaften ihre Tore geöffnet haben, aber die Institutionen und Parteien eher nicht? Können wir eine solidarische Praxis jenseits des Staates verstetigen? Ist Migration nicht vor allem eine Chance für eine neue, solidarische Gesellschaft und eben nicht nur Herausforderung, Krise, Grenze?

Gemeinsam in Bewegung kommen? Vernetzung, Verabredungen, Visionen
Die zahlreichen Initiativen der kontinuierlichen Solidarität und grenzübergreifenden Hilfe bleiben im politischen Diskurs unsichtbar. Sie gehen unter im politischen Ping-Pong-Spiel aus Mangelverwaltung, Schwarzer Null und rechter Angsthetze und bisher ist es nicht gelungen, dem eine politisch wirksame Initiative entgegenzusetzen. Forderungen nach Umverteilung, gleichen Rechten und einer Neugestaltung der sozialen Infrastruktur für alle scheinen bisher zu leise. Die Frage ist daher: Wie lassen sich die Forderungen der lokalen Initiativen verbinden und stärken, braucht es eine gemeinsame, bundesweite Mobilisierung gegen soziale Ausgrenzung und rassistische Abschottung – für ein „mehr für alle“? Und wie können wir langfristig Netzwerke und Strukturen aufbauen, die die praktische Hilfe mit Selbstorganisation und Selbsthilfe verbinden? Was braucht es dafür – und welche konkreten Schritte können wir dafür verabreden?
Welcome2Stay

welcome2stay.
org/de/
startseite/


mail(at)welcome2stay.org
10.06.2016 - 10.06.2016
Diskussions-
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
Pavillion der Hoffnung (Alte Messe Halle 14)
Puschstr. 9
Das Jahrhundert der Migration – Flucht, Grenzen, die »Willkommenskultur« und der Rechtsruck in Europa
Welcome2Stay

Wir beginnen unsere Zusammenkunft mit einem Panorama des Jahrhunderts der Migration: Die gesellschaftlichen Debatten des 21. Jahrhunderts und die Auseinandersetzungen um die Zukunft unseres Zusammenlebens werden zunehmend von Fragen der Migration, Flucht, Grenzregimes, des Willkommens und der rechten Mobilisierung bestimmt. Während der konservative Mainstream die Migrant_innen und Geflüchteten dabei stets direkt oder indirekt als Problem markiert, vor dem die Gesellschaft sich wahlweise schützen oder das man »integrieren« muss, drehen wir zum Auftakt von Welcome2Stay die Perspektive um. Die Bewegungen der Migration stellen die spezifisch westliche Sicht auf die Welt infrage. Und das nicht erst seit gestern. Unser Anliegen ist es, Geflüchtete, Migrant_innen, Solidaritätsinitiativen und politisch Engagierte ins Gespräch zu bringen und gemeinsam zu fragen, wie ein politischer Akteur und eine gesellschaftliche Kraft entstehen und wachsen können, die in der Lage sind, sowohl der neoliberalen sozialen Kälte als auch der rechten Angstkampagne entgegenzutreten. Auf der Straße, in den Unterkünften, an vielen Orten findet der praktische Einsatz dafür statt, dass ein gutes Leben für alle möglich wird. Das wird umfassend und für die ganze Gesellschaft aber nur möglich sein, wenn mit der unsozialen Kürzungspolitik ebenso gebrochen wird wie mit dem undemokratischen, autoritären europäischen Krisenmanagement. – Und nicht zuletzt mit einer radikalen Infragestellung des westlich-nationalen Selbstverständnisses und Lebensweisen.

Mit Manuela Bojadzijev (Leuphana Universität Lüneburg), Sascha Marianna Salzmann (Gorki Theater, Berlin, angefragt), Tanja van de Loo (Recht auf Stadt – nevermindthepapers, Hamburg), Turgay Ulu (Autor, O-Platz Berlin Refugee Movement), Moderation: Juliane Nagel (LinXXnet)
Welcome2Stay

welcome2stay.
org/de/
startseite/


mail(at)welcome2stay.org
12.06.2016
Action


14:00 Uhr

Leipzig
Herderplatz
Herderfest "Kontrollbereich 04277"

Am Sonntag, 12. Juni wird die Initiative “Für das Politische” zum dritten Mal ein Stadtteilfest veranstalten. Diesmal unter dem Motto “Bezahlbare Mieten und Wohnen”, ab 14 Uhr startet die Veranstaltung auf dem Herderplatz in Leipzig-Connewitz.

Verschiedenste Initiativen, darunter Machtlos e.V., Stadt für alle, die Mietsprechstunde von Für das Politische, das Bündis Privatsphäre Leipzig, Social Center for all werden mit Infoständen präsent sein. Für etwas Abwechslung gibt es das Torwandschießen, eine Graffiti-Wall-of-Fame und Kinderschminken. Der politische Input wird von zum Besipiel IKMW (Wohnungsvermittlungsstelle), Mietshäusersyndikat, Mietsprechstunde sowie Wagenplätzen in Form von Expert_inneninterviews gegeben. Angefragt wurden dafür außerdem “Stadt für Alle”, “Social Center for all” und der “Haus und Wagen Rat”. Durchfuttern könnt ihr euch mit verschiedenen Speise- sowie Getränkeangeboten, natürlich auch vegan.

Die Bands Rana Esculata, FCKR und Zweiersitz werden die Veranstaltung musikalisch umrahmen. Weitere Bands sind angefragt, lasst euch überraschen.
Für das Politische

https//fuerdaspolitische.
noblogs.org


14.06.2016
Film


19:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?
Vortrag und Film im Rahmen der Leipziger Umwelttage

Vortrag und Film über die weltweite Nahrungsmittelindustrie, die Zusammenhänge von unseren Essgewohnheiten mit dem Leben von LandarbeiterInnen im globalen Süden und darüber, was unser Konsum mit dem Klimawandel zu tun hat - und welche was zu tun ist, um Versorgung aller Menschen sicher zu stellen.

Vortrag
Fleischatlas - Daten und Fakten über Tiere als Lebensmittel
mit Urte Grauwinkel, BUND Leipzig

Viel zu selten fragen wir uns, was wir eigentlich gerade essen. Oder wo die Lebensmittel überhaupt herkommen. Dabei ist Essen nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern eine politische und ethische Entscheidung. Was hat das Schnitzel auf unserem Teller mit dem Regenwald im Amazonas zu tun? Und wie hängt es mit ländlicher Armut und Hunger in Kamerun zusammen? Wie werden die Tiere, die wir essen, gehalten und welche Auswirkungen hat die Massentierhaltung auf unser Klima? Der Fleischatlas, ein Kooperationsprojekt der Heinrich-Böll-Stiftung, des BUND und der Le Monde diplomatique, informiert über die komplexen Dimensionen der Fleischproduktion und dessen Konsum, zeigt Alternativen auf und bringt Licht ins Dunkel des globalen „Big Business“ Fleisch.

Referentin: Urte Grauwinkel, Dipl. Agrar-Ingeneurin und aktiv in der Food Assembly Leipzig-Westwerk sowie im Bündnis Gentechnikfreies Sachsen.

anschließend Film (ab ca. 20 Uhr)
10 MILLIARDEN - WIE WERDEN WIR ALLE SATT?
Valentin Thurn, BRD 2015, Dok, 107 min, OmU

Schon heute hat jeder Sechste zu wenig Nahrung. Im Laufe des 21. Jahrhunderts soll die Weltbevölkerung auf insgesamt zehn Milliarden Menschen ansteigen, wodurch sich zwangsläufig die Frage stellt, woher die Nahrung für deren Versorgung kommen soll. Das Lager der industriellen Landwirtschaft setzt auf weitere Expansion und Massenproduktion, während die traditionelle Landwirtschaft dazu aufruft, behutsamer mit den begrenzten Ressourcen umzugehen, deren schamlose Ausbeutung die Grundlage für die Ernährung der Menschheit zerstört. In Valentin Thurns Dokumentation werden beide Seiten und Visionen für die Zukunft vorgestellt und kritisch hinterfragt. Durch diesen Ansatz wird der Zuschauer letzten Endes selbst dazu aufgerufen, sein eigenes Essverhalten und dessen potentielle Auswirkungen zu problematisieren.

Eine Veranstaltung des BUND Leipzig und der Heinrich-Böll-Stiftung.

Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


14.06.2016
Veranstaltung


19:00 Uhr

Leipzig
linXXnet
Bornaische Str. 3d
Hoffnung für Syrien? Krieg, Folgen und Perspektiven

Seit 2011 wütet der Krieg in Syrien. 4,8 Millionen Menschen haben seitdem ihr Land verlassen. Und: Die Verhältnisse im Land spitzen sich weiter zu. Die Bestrebungen das Land zu demokratisieren, die vom al-Assad-Regime gewaltvoll beantwortet wurde, rücken mehr und mehr in den Hintergrund.
Das Vorrücken des Islamischen Staates und die Intervention der internationalen Anti-IS-Koalition, russische Luftangriffe zur Unterstützung des Assad-Regimes und das Vorgehen der Türkei gegen kurdische Gebiete in Syrien haben den originär innenpolitischen Konflikt zum weltpolitischen Schlachtfeld werden lassen.

Wie ist der Status quo? Welche Aussichten gibt es auf ein Ende des Krieges und Demokratisierung? Gibt es in Syrien noch zivilgesellschaftliche Strukturen und unter welchen Bedingungen leben sie?

mit Christin Lüttich (Adopt a revolution, Projekt zur Unterstützung der Zivilgesellschaft in Syrien)

Die Veranstaltung wird von einer Finissage der Ausstellung des Fotografen Sylvio Hoffmann begleitet. Die Bilder zeigen Szenen aus dem umkämpften Kobanê in Syrien und fokussieren verschiedene militärische Milizen und Truppen, die Hoffmann auf seinen Reisen begleitete, fangen alltägliche und intime Momente, Momente der Freude und des Leids der Menschen im Krieg ein.
linXXnet

linxxnet.de

20.06.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
"Aleppo-Leipzig: Kein Weg zurück" + "Wasserläufer"
Filme u. Gespräch zum Weltflüchtlingstag

Geflüchtete im Film – Filme von Geflüchteten

Anlässlich des Weltflüchtlingstages des UNHCR am 20. Juni 2016 zeigen zwei Dokumentarfilme die Erfahrungen von Geflüchteten in Leipzig und Istanbul.

Aleppo-Leipzig: kein Weg zurück?
Dok, BRD 2015, Regie: Adnan Ramahi, 17 min

Der jordanisch-deutsche Regisseur Adnan Ramahi begleitet eine syrische Flüchtlingsfamilie in Leipzig. Muna und ihre Töchter berichten über ihre Probleme des Fremdseins, fernab ihrer Heimatstadt Aleppo. Wird es ihnen gelingen in Leipzig heimisch zu werden und die vielen kulturellen Unterschiede zu überwinden? Der Film ALEPPO-LEIPZIG: KEIN WEG ZURÜCK? des jordanisch-deutschen Regisseurs Adnan Ramahi begleitet drei Frauen aus Aleppo, Muna Karnib und ihre beiden Töchter, durch ihren Alltag in Leipzig. Er beschäftigt sich mit den Schwierigkeiten des Ankommens, Loslassen und Neusortierens des eigenen Lebens.

Wasserläufer
Dok, BRD 2015, Regie: Beston Zirian Ismael, 30 min

Der 12-jährige Djudi ist mit seiner Familie vor dem Krieg aus Syrien nach Istanbul geflüchtet. Da sie dort keinerlei Unterstützung erhält, bestreitet die Familie ihren Lebensunterhalt mit dem Straßenverkauf von Wasser und Brezeln. Durch Momentaufnahmen aus ihrem Alltag enthüllt die Dokumentation ein bewegendes Familienschicksal und zeigt, welche Träume, Wünsche und Hoffnungen durch eine Flucht auf der Strecke bleiben. WASSERLÄUFER entstand in einem Urlaub, den der in Leipzig lebende Filmemacher Beston Zirian Ismael mit seiner Familie in Istanbul machte. Er sagt dazu: „Als ich die vielen syrischen Kinder auf der Straße gesehen habe, konnte ich nicht wegschauen und so fasste ich spontan den Entschluss, noch während meines Urlaubs diesen Film zu drehen.“ Der Film ist 2016 in Leipzig mit dem Publikumspreis des Kurzfilmfestivals „kurzsüchtig“ ausgezeichnet worden und nominiert für den Hauptpreis „Best Foreign Short“ der Hollywood International Independent Documentary Awards 2016.

Beide Filme zeigen ganz individuelle Perspektiven auf Flucht: einerseits wurden sie von Menschen gemacht, die selbst über Erfahrungen mit Flucht verfügen, andererseits thematisieren sie, wie Geflüchtete ihren Alltag in Istanbul und Leipzig organisieren.

Im Anschluss Gespräch mit den Filmemachern Beston Zirian Ismael und Adnan Ramahi, sowie der Protagonistin Muna Karnib (alle angefragt).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verband binationaler Familien Leipzig.

Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


21.06.2016
Film


19:00 Uhr

Leipzig
linXXnet
Bornaische Str. 3d
Filmvorführung & Diskussion „Lauffeuer“ - Der 2. Mai 2014 in Odessa

Am 2. Mai 2014 flüchtet sich eine Gruppe von regierungskritischen Aktivisten nach heftigen Auseinandersetzungen mit Anhängern des Euro-Maidan in das Gewerkschaftshaus in Odessa. Sie verbarrikadieren Fenster und Türen mit Allem, was sie in dem Haus finden, um sich vor den draussen stehenden Angreifern zu schützen. Als diese anfangen, Moltow-Cocktails auf das Gebäude zu werfen, ist die Lage nicht mehr zu retten. Das Gebäude fängt Feuer, über 48 Menschen kommen an diesem Tag ums Leben.
Ein Film von Ulrich Heyden, Marco Benson und leftvision über die Brandangriffe auf das Gewerk-schaftshaus in Odessa zu Beginn des ukrainischen Bürgerkrieges, die Rolle von Ultranationalen, der Polizei und Politik im Post-sowjetischen Raum.

Die Dokumentation ist nicht unumstritten und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, einseitig auf die Ereignisse des Maidans zu blicken. Sie lässt eine differenzierte Rekonstruktion und Analyse vermissen und will vor allem einen Standpunkt vermitteln. (vgl. https://kritikundgeschichte.wordpress.com/2015/11/21/stichwort-odessa-zwischen-lauffeuer-und-aufklarung/)
Auch dies soll Thema der anschliessenden Diskussion sein.
linXXnet

linxxnet.de

22.06.2016 - 30.06.2016
Camp


Sehlis
Sehlis bei Taucha
Sehlis-Camp 2016
Out of Order

Liebe Freund*innen!

Seit 2013 findet jährlich das Aktionscamp in Sehlis (bei Taucha) statt. Es diente in den letzten Jahren als Plattform für Seminare, Workshops und Aktionen, bot aber zeitgleich die Möglichkeiten eines Rückzugraumes für alle (Städter*innen) mit Wunsch nach Erholung auf dem Land.

Das Verhältnis von Regeneration und (politischer) Arbeit stellen wir in diesem Jahr auch thematisch in den Fokus des Camps. Das Motto „Out of Order“ steht dabei für zwei Ansprüche: Erstens bedeutet es „Außer Betrieb“ -Setzen, in Unordnung bringen, eingeschlichene Abläufe stören und dem alltäglichen Betrieb in unseren Büros, Fabriken und Institutionen etwas entgegen zu setzen. So wie wir dies auch in Bezug auf das völlig überflüssige Straßenbau-Projekt B87n tun wollen. Zweitens denken wir auch an ein selbstbestimmtes Außer-Betrieb setzen der eigenen Routinen, kurz: an Urlaub und Auszeit. Sich selbst Auszeit
zu nehmen fällt vielen von uns immer schwerer. Gerade in der Selbstorganisation und in der aktuell angespannten politischen Lage, wo es an allen Ecken brennt, fallen Ruhezeiten immer kürzer aus.

Das Camp können wir dazu nutzen gemeinsam einen Raum zu schaffen, welcher Ausspannen, Reflexion und Austausch ermöglicht. Die gemeinsame Reproduktionsarbeit (kochen, bauen, campen, sich unterhalten) werden genauso Teil des Camp-Programms sein, wie Workshops und Diskussionen zum Austausch von Wissen. Auch sind Bands und Künstler*innen vor Ort, wir hoffen ein Kinderprogramm ermöglichen zu können, es gibt einen Fluss zum Baden und genug Platz zum Toben, Mampfen und Sonnenbaden.

Das Camp ist selbstorganisiert und offen für praktische und thematische Vorschläge aller Art. Wenn ihr Ideen habt oder vorab mitgestalten möchtet, meldet euch gerne unter: sehlis-camp (ät) riseup (pünktchen) net

Wir freuen uns auf euch und ein (ent-)spannendes Camp!
https://sehliscamp.
wordpress.com/


sehlis-camp(at)
riseup.net

23.06.2016 - 31.07.2016
Ausstellung


18:00 Uhr

Leipzig
linXXnet
Bornaische Str. 3d
Diskriminierung von Roma - Projektreise auf dem Westbalkan

Zum Jahreswechsel 2015/ 16 waren Mitglieder des Leipziger Vereins „Verantwortung für Flüchtlinge e.V.“ zusammen mit InteressentInnen in die Länder des Westbalkans unterwegs. Zunächst führte der Weg in das bosnische Srebrenica, wo der Ort besucht wurde, an dem 1995 innerhalb von nur drei Tagen über 8.000 Jungen und Männer von bosnischen Serben ermordet wurden. Weiter ging es nach Montenegro, Albanien und in den Kosovo. Ein Thema, das uns auf der ganzen
Reise ständig begleitete waren Hass, Terror und Morden aus ethnischen Gründen. In der Ausstellung schildert der Verein die Situation der Roma-Minderheiten in Montenegro und im Kosovo und informiert über die wichtigsten Projekte auf dieser Reise.

Der Vorsitzende des Vereins, Ricky Burzlaff, wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 23.6.2016 besonders auf das Leben von abgeschobenen Roma im Kosovo eingehen und mit konkreten Hilfestellungen zukünftige Projekte des Vereins vorstellen. Denn die Arbeit vor Ort geht weiter. Vor allem abgeschobenen Menschen aus Deutschland möchte der Verein im Kosovo tatkräftig bei Behördengängen, Rechtsangelegenheiten und im Alltag unterstützen.
linXXnet & Verantwortung für Flüchtlinge e.V.

linxxnet.de

27.06.2016
Film


19:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Jedes Jahr nie wieder
+ Gespräch

Paul Buchinger, David Pilcher, Österreich 2015, Dok, 95 min, deutsche OF

Der Film thematisiert aus einer kritischen Perspektive die derzeit wohl umstrittenste Veranstaltung Österreichs, den von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerball: ein internationales Treffen völkischer Burschenschafter, neurechter AkteurInnen und extrem rechter Parteien in der traditionsreichen Wiener Hofburg. Die Macher Paul Buchinger und David Pichler porträtieren die Schlüsselfiguren dieser Nacht, von der Antifa bis zur Burschenschaft, und fragen überdies in der Öffentlichkeit stehende Personen aus Politik, Kultur und Wissenschaft nach deren persönlicher Wahrnehmung zum Ball.

Jedes Jahr im Januar findet der Wiener Akademikerball, ehemals WKR-Ball („Wiener Korporationsring") statt. Ein elitäres Stell-dich-ein der völkischen und extrem rechten Szene Europas. Seit 2008 gab es dagegen wachsende Proteste von antifaschistischen und linken Gruppen, aber auch von Gewerkschaften, Kirchen und Parteien, an denen in den letzten Jahren bis zu zehntausend Menschen aus dem In-und Ausland teilnahmen. Stadt und Polizei reagierten darauf vor allem mit Repression, u.a. 2014 mit einem viel kritisierten Platzverbot für Teile der Innenstadt. Im Laufe des Abends kam es zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Polizei und Sachbeschädigungen.
Der Film folgt einem chronologischen Ablauf von der Anti-Akademikerball-Demonstration 2014 bis zu jener im Jahr 2015. In den Fokus rückt dabei auch der Fall des Demonstranten Josef S. aus Jena, der als vermeintlicher "Rädelsführer" fast 6 Monate in Untersuchungshaft sitzen musste und im Anschluss in einem mehr als fragwürdigen Prozess verurteilt wurde. So behandelt der Film auch die, vor allem am Fall Josef S. aufgezogene, medial geführte Gewaltdebatte. Darüber hinaus wird durch ein Portrait der Wiener Burschenschaft Libertas das ideologische Korsett des Balls als auch der Alltag deutschnationaler Verbindungsstudenten gezeigt, und damit dem Ziel der Kritik der WKR-GegnerInnen ein Gesicht gegeben.

Einführender Vortrag und anschließende Diskussion mit:
Judith Goetz (Literatur- und Politikwissenschaftlerin aus Wien, Mitglied der
Forschungsgruppe Ideologien und Politik der Ungleichheit (FIPU) in Österreich, Autorin von "Ausgetanzt! Eine kritische Bilanz der Proteste gegen den WKR-Ball").

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung Jungle World und The Future is unwritten


Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


28.06.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Gayby Baby
+ Filmgespräch

Anschließend Gespräch mit Produzentin Charlotte Mars (in englischer Sprache)

Maya Newell, Australien 2015, Dok, 85 min, OmU
Ein berührender Dokumentarfilm über die Situation von Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern, der aus einer bislang ungewöhnlichen, und zugleich der naheliegendsten Perspektive in die Debatte eingreift: aus der Sicht der Kinder. Der Film ist zugleich ein Statement für Toleranz und Offenheit gegenüber alternativen Lebens- und Familienentwürfen, die nicht der hetero-sexuellen Norm entsprechen, und fordert ihre rechtliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung. Denn eines zeigt der Film ganz deutlich: die Probleme junger Familien, von Eltern mit ihren Kindern, sind überall die gleichen, unabhängig geschlechtlicher Zuschreibungen und Identitäten. Der einzige Unterschied, insbesondere für die Kids, resultiert aus der Intoleranz und den Steinen, die Staat und Gesellschaft gleichgeschlechtlichen Familien in den Weg legen.

"Erwachsene nerven. Immer. Der 11-jährige Gus liebt Wrestling, aber seine Mutter ist nicht begeistert: Prügelnde Männer – was für ein Rollenbild vermitteln die denn? Ebony, 12, möchte singen und an die Performing Arts High School, doch der Weg dorthin ist mühsam. Der adoptierte Graham ringt mit seinen 11 Jahren darum, Lesen und Schreiben zu lernen – und muss auch noch mit der Familie umziehen. Matt kämpft damit, dass der Gott, an den er glauben soll, die Lebensform seiner Mutter vermeintlich als Sünde betrachtet …
Großwerden ist schwer. Bei zwei Müttern oder Vätern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufzuwachsen, macht es nicht leichter. In einer Zeit der Selbstfindung muss man ständig abschätzen, wie viel man nach außen preisgibt, oder, wie Graham sagt: was eine gute und eine schlechte Lüge ist. Man will sich abgrenzen und die Eltern zugleich schützen. Man muss wie Ebony bereit sein, gegen Mobbing anzutreten, oder wie Matt, sich vom Pfarrer bis zur Premierministerin mit allen anzulegen. Bei alldem gelingt es Maya Newell, das universelle Drama des Coming of Age konsequent aus der Sicht der Kinder, in alltäglichen Szenen zu erzählen. „Normalität“ und Geschlechterstereotype werden hinterfragt, doch jede überanstrengte Political Correctness unterlaufen die Kids auf ihre Art: mit Wrestler-Masken und Barbie-Puppen. Nicht zur Freude ihrer Eltern, versteht sich. Aber es sind coole Eltern."
Grit Lemke / Katalog DOK Leipzig 2015


Cinémathèque Leipzig e.V.

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31.05.2016

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