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left action - linksradikale Gruppen in  Leipzig - Termine aus Leipzig
 

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date, time, location, Aktionsform

Inhalt

weitere Infos & organisierende Gruppe

23.06.2016 - 31.07.2016
Ausstellung


18:00 Uhr

Leipzig
linXXnet
Bornaische Str. 3d
Diskriminierung von Roma - Projektreise auf dem Westbalkan

Zum Jahreswechsel 2015/ 16 waren Mitglieder des Leipziger Vereins „Verantwortung für Flüchtlinge e.V.“ zusammen mit InteressentInnen in die Länder des Westbalkans unterwegs. Zunächst führte der Weg in das bosnische Srebrenica, wo der Ort besucht wurde, an dem 1995 innerhalb von nur drei Tagen über 8.000 Jungen und Männer von bosnischen Serben ermordet wurden. Weiter ging es nach Montenegro, Albanien und in den Kosovo. Ein Thema, das uns auf der ganzen
Reise ständig begleitete waren Hass, Terror und Morden aus ethnischen Gründen. In der Ausstellung schildert der Verein die Situation der Roma-Minderheiten in Montenegro und im Kosovo und informiert über die wichtigsten Projekte auf dieser Reise.

Der Vorsitzende des Vereins, Ricky Burzlaff, wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 23.6.2016 besonders auf das Leben von abgeschobenen Roma im Kosovo eingehen und mit konkreten Hilfestellungen zukünftige Projekte des Vereins vorstellen. Denn die Arbeit vor Ort geht weiter. Vor allem abgeschobenen Menschen aus Deutschland möchte der Verein im Kosovo tatkräftig bei Behördengängen, Rechtsangelegenheiten und im Alltag unterstützen.
linXXnet & Verantwortung für Flüchtlinge e.V.

linxxnet.de

27.07.2016
Film


20:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Pornographie und Holocaust – STALAGS
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

Israel 2008, OmU, Dok, 63 min, Regie: Ari Libsker

Der Film beschreibt ein bizarres Phänomen der israelischen Popkultur: Sadomasochistische Holocaust-Pornographie von jüdischen AutorInnen für ein jüdisches Publikum, die zeitgleich mit dem Prozess gegen Adolf Eichmann in Israel einen enormen Erfolg feierte.

Israel, Anfang der 1960er-Jahre: Unter enormem Medieninteresse beginnt in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, einen der Hauptorganisatoren der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Im Verlauf des Prozesses wird detailliert und öffentlich das Leid von Juden und Jüdinnen in den Konzentrationslagern der Nazis diskutiert, die dort stattgefundenen Grausamkeiten werden Teil der öffentlichen Debatte.
Zur gleichen Zeit erlebt die Porno-Literatur im Land einen Popularitätsschub, und zwar in Form eines ganz besonderen Genres: den “Stalag”-Heftchen. Diese erotischen Groschenromane formulierten - in steigernder Explizität - sadomasochistische Fantasien um männliche Kriegsgefangene und weibliche Nazioffiziere in deutschen Lagern, mit einem stetig wiederkehrenden plot: Ein alliierter Soldat wird im 2. Weltkrieg in einem deutschen Stammlager („Stalag“ ) von Frauen der SS gefoltert und vergewaltigt – bis er sich an seinen PeinigerInnen auf ebenso grausame Weise rächt.

Der Film behandelt diesen doppelten, miteinander in Verknüpfung stehenden Tabubruch. Erstmals gibt es in der damals sehr puritanischen Gesellschaft Israels pornografische Literatur und gleichzeitig sind diese Heftchen neben dem Eichmann-Prozess die erste öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust. In Gesprächen mit VerlegerInnen, AutorInnen und JournalistInnen fragt Regisseur Ari Libsker nach den Gründen für die damalige Popularität der Stalag-Heftchen in der israelischen Gesellschaft und verwebt die mit präziser Kamera gefilmten Interviews geschickt mit Archivbildern.

Mit einer Einführung von Sebastian Paul, Soziologe, Pädagoge und Künstler.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


28.07.2016
Film


21:00 Uhr

Leipzig
2cl Sommerkino auf Conne Island
Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Stimmen aus dem Wald - Out of the Forest
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

Israel 2003, OmU, Dok, 91 min, Regie: Limor Pinhasov Ben Yosef, Yaron Kaftori Ben Yosef

„Freitag, 11. Juli 1941. Das Wetter ist schön. Es weht ein warmer Wind. Der Himmel ist nur leicht bewölkt. Vom Wald her hört man Schüsse.” Mit diesen Worten beginnt das Tagebuch von Kazimierz Sakowicz, einem polnische Journalisten aus Ponary, einem kleinen Dorf zehn Kilometer westlich von der litauischen Hauptstadt Vilnius. Zwischen 1941 und 1944 wurden hier mehr als 100.000 Menschen ermordet, zum größten Teil Juden und Jüdinnen. Sakowicz beobachtete die öffentlichen Massenhinrichtungen von seinem Dachfenster aus und führte akribisch Buch darüber. Das Buch erschien erschien 2003 auf Deutsch: Rachel Margolis, Jim G. Tobias (Hrsg.): Die geheimen Notizen des K. Sakowicz. Dokumente zur Judenvernichtung in Ponary. Antogo-Verlag, Nürnberg 2003.

Sechzig Jahre später reisen zwei israelische FilmemacherInnen, begleitet von den beiden einzigen Überlebenden des Massakers, zurück an die Stätte des Grauens, um AnwohnerInnen und Zeitzeugen über die Geschehnisse von damals zu befragen. Out of the Forest berichtet von Menschen, die in unmittelbarer Nähe des Massenhinrichtungsplatzes lebten - wie das junge Mädchen, deren Kühe auf den Gräbern weideten; die Frau, die sich weigerte, einen entflohenen Gefangenen in ihr Haus zu lassen oder der Mann, der mit den Kleidern der Toten Handel trieb. Der Film zeigt auch die bis heute anhaltende Verdrängung in einem Ort, der „mit dem Blut von Tausenden Ermordeten getränkt” ist, wie eine Passantin wahrheitsgemäß bemerkt und zugleich betont, dass sie gerne dort lebe.

Einführender Vortrag und anschließende Diskussion mit Dr. Ekaterina Makhotina, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt die Erinnerungskultur im östlichen Europa und insbesondere der Holocaust in Litauen.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


30.07.2016


22:00 Uhr

Leipzig
Meuterei
Anti-Knast Soliparty

Wenn gegen das staatliche Gewaltmonopol Widerstand geleistet wird, ist die regelmäßige Antwort Repression. Auf den Höhepunkt treibt der Staat diese, wenn er davon betroffene Genoss*innen zu Gefangenen macht.

Dann braucht es die Solidarität von uns allen, um gegen diese institutionalisierte Form der Isolation zu kämpfen und Kontakt mit
unseren gefangenen Genoss*innen zu halten, sodass ihnen nicht ihre Stimmen genommen werden können.

Betroffen sind einzelne, gemeint sind wir alle!
Für eine Gesellschaft ohne Knäste!
01.08.2016
Kundgebung


18:00 Uhr

Leipzig
Brühl 4
Brühl
a monday without you
Kapitulation? Nein danke!

Ein radikal linker Aufruf zum nächsten Legida-Montag

Schaut man sich die Realität der Anti-Nazi-Proteste in Leipzig an, findet man für all die Großspurigkeit, die sich in Teilen der hiesigen radikalen Linken vorfinden lässt, nicht so wirklich eine Rechtfertigung. Wir denken beispielsweise an die Selbsttitulierung als "Randalemeister 2015". Mal ganz abgesehen davon, dass sich die Radikalität einer Bewegung an der schärfe ihrer Kritik und nicht an der Zahl der von ihr angezündeten Mülltonnen bemisst: gäbe es eine linksautonome Liga, Leipzig wäre längst auf einem Abstiegsplatz gelandet!

Einer der vielen Gedanken hinter der Kampagne „a monday without you“ war und ist, dass wir eine linksradikale, gesellschaftskritische Alternative zu den Protesten von "Leipzig nimmt Platz" bieten wollten. Diese sind nicht erst seit dem Auftritt des grünen Bundestagsfraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter als rot-grüne Vorfeldorganisation zu betrachten. Umso frustrierender war es für uns festzustellen, dass in der vermeintlichen „Hochburg“ unserer Bewegung, im Rahmen dieser Kampagne, nie mehr als 100 Leute gegen Legida, Nazistrukturen und Rassismus auf die Straße zu bekommen waren. Wir haben versucht zu analysieren, was die Gründe sein könnten und sind dabei auf keine hinreichende und allumfassende Erklärung gestoßen. Klar ist für uns nur eins: Ob in Form der Kampagne „a monday without you“ oder anders: es gilt in jedem Fall weiterzumachen. Die Innenstadt ist an Legida-Montagen eine No-Go-Area für People of Color, Menschen aus alternativen Subkulturen und viele andere. Und auch auf der Ebene der institutionellen Politik macht sich der Einfluss von Legida und co bemerkbar. Die jüngsten Asylgesetzverschärfungen können von diesen Bewegungen durchaus als mittelbarer eigener Erfolg angesehen werden. Und deshalb wir werden den Protest gegen Legida auch nicht den neoliberalen Abschiebeparteien überlassen. Und wir glauben daran, dass dieses Ziel auch deutlich mehr als die 100 Leute, die bei unserer letzten Demo waren, mit uns teilen. Nur ganz am Rande: die Palette an Aktionsmöglichkeiten gegen Legida ist breit und wird von unserer Bewegung nicht im Ansatz ausgeschöpft.

Also auf ein Neues: am 1. August in die Innenstadt!

Genug der Kritik an der eigenen Bewegung. Wir laden alle Menschen ein, die sowohl dem Rassismus von Legida als auch dem staatlichen Rassismus kritisch gegenüber stehen, am Montag dem 1. August mit uns in der Leipziger Innenstadt gegen den Laden der rechtsradikalen Bekleidungsmarke Yakuza am Brühl zu demonstrieren. Dieser befindet sich in der Nähe zum Legida-Auftaktort am Richard-Wagner-Platz. Mit dem Yakuza-Laden wollen wir einen weiteren Ort rechter Strukturen in Leipzig kritisch ins Auge fassen und gleichzeitig dort präsent sein, wo die Rassist*innen von Legida ihre ekelhafte Hetze verbreiten. Wir wollen ihnen die Stadt nicht überlassen. Und genauso wenig werden wir die Stadt den Hofreiters und Özdemirs überlassen, die die Pläne für eine schwarz-grüne Koalition der Abschottung auf Bundesebene, längst in der Tasche haben.

Kundgebung | 1. August | 18 Uhr | Brühl 4, Leipzig

Schöner leben ohne Naziläden! Für einen monday without you!
Antifaschistische Kampagne »a monday without you«

inventati.org/
leipzig/?page_id=4222


03.08.2016
Film


20:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Night will fall
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

GB/Israel/USA 2014, engl. OF, 75 min, Regie: André Singer

„Im Frühling 1945“, hört man die Stimme des Erzählers sagen, während im Hintergrund idyllische Landschaften vorbeiziehen, „kamen die Alliierten auf ihrem Weg in das Herz Deutschlands nach Bergen-Belsen. Gepflegte, ansehnliche Obstgärten und gut ausgestattete Bauernhöfe säumten den Weg. Der britische Soldat bewunderte den Ort und seine Einwohner. Bis er einen Geruch wahrnahm...“

Bei ihrem Vorstoß über Europa entdecken die Alliierten im Jahr 1945 die ersten Konzentrationslager und sind dort mit dem unvorstellbarsten Grauen direkt konfrontiert. Aus dem Entsetzen über die Grausamkeiten entsteht das Bedürfnis, die Verbrechen der Nazis zu dokumentieren und den Zivilisationsbruch als ewige Mahnung in Bildern festzuhalten. Unter britischer Leitung entsteht ein ehrgeiziges Projekt für die Erstellung eines Dokumentarfilms, sogar Alfred Hitchcock wird als Berater eingeflogen – der Film aber wird nie beendet. Das historische Filmmaterial verschwand in Archiven und wurde dort vergessen. 70 Jahre später nahm sich der Regisseur André Singer dieser Geschichte und dem unveröffentlichten Filmmaterial an. Sein Film und die Aufnahmen halten die Erinnerung an den Holocaust aufrecht – und zugleich die Mahnung: Nie Wieder.

mit Vorfilm:

Mama, L’Chaim! (Auf das Leben)
Regie: Elkan Spiller, BRD 2009, Dok, 6 min, OmeU

Seit drei Jahren lebt der 62-jährige Chaim bei seiner Mutter, einer Überlebenden der Konzentrationslager. Sie ist 95 Jahre alt und hat Grausames erlebt. Erlebnisse, die in ihren täglichen Erinnerungen immer wieder zurückkehren. Der Film zeigt, wie der Holocaust über Generationen hinweg die Familiengeschichten der Überlebenden durchzieht.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


04.08.2016
Film


21:00 Uhr

Leipzig
2cl Sommerkino auf Conne Island
Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Pornographie und Holocaust – STALAGS
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

Israel 2008, OmU, Dok, 63 min, Regie: Ari Libsker

Der Film beschreibt ein bizarres Phänomen der israelischen Popkultur: Sadomasochistische Holocaust-Pornographie von jüdischen AutorInnen für ein jüdisches Publikum, die zeitgleich mit dem Prozess gegen Adolf Eichmann in Israel einen enormen Erfolg feierte.

Israel, Anfang der 1960er-Jahre: Unter enormem Medieninteresse beginnt in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, einen der Hauptorganisatoren der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Im Verlauf des Prozesses wird detailliert und öffentlich das Leid von Juden und Jüdinnen in den Konzentrationslagern der Nazis diskutiert, die dort stattgefundenen Grausamkeiten werden Teil der öffentlichen Debatte.
Zur gleichen Zeit erlebt die Porno-Literatur im Land einen Popularitätsschub, und zwar in Form eines ganz besonderen Genres: den “Stalag”-Heftchen. Diese erotischen Groschenromane formulierten - in steigernder Explizität - sadomasochistische Fantasien um männliche Kriegsgefangene und weibliche Nazioffiziere in deutschen Lagern, mit einem stetig wiederkehrenden plot: Ein alliierter Soldat wird im 2. Weltkrieg in einem deutschen Stammlager („Stalag“ ) von Frauen der SS gefoltert und vergewaltigt – bis er sich an seinen PeinigerInnen auf ebenso grausame Weise rächt.

Der Film behandelt diesen doppelten, miteinander in Verknüpfung stehenden Tabubruch. Erstmals gibt es in der damals sehr puritanischen Gesellschaft Israels pornografische Literatur und gleichzeitig sind diese Heftchen neben dem Eichmann-Prozess die erste öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust. In Gesprächen mit VerlegerInnen, AutorInnen und JournalistInnen fragt Regisseur Ari Libsker nach den Gründen für die damalige Popularität der Stalag-Heftchen in der israelischen Gesellschaft und verwebt die mit präziser Kamera gefilmten Interviews geschickt mit Archivbildern.

Mit einer Einführung von Alina Bothe, Historikerin an der Freien Universität Berlin sowie am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
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09.08.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Regina Jonas - Die erste Rabbinerin der Welt
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

BRD/GB/H 2013, OmeU, Dok, 65 min, Regie: Diana Groó

Regina Jonas, geboren 1902, wächst im Berliner Scheunenviertel auf und studiert ab 1924 an der liberalen Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. 1935 wird sie, als erste Frau weltweit, zur Rabbinerin ordiniert. Zur Zeit des Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg, als viele Rabbiner aus Deutschland fliehen, unterstützt Regina Jonas in Berlin mit Hingabe und Mut die verfolgten deutschen Juden und Jüdinnen. 1942 wird sie dann selbst nach Theresienstadt deportiert und zwei Jahre später in Auschwitz ermordet.

Aufbauend auf Archivmaterial und der einzigen verbliebenen Fotografie von Regina Jonas erinnert der poetische Dokumentarfilm, angesiedelt im Berlin der 1930er Jahre, an diese beeindruckende Person, im Film dargestellt von Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz.

Im Anschluss Gespräch mit Lara Dämmig (Bet Debora) zu historischen und aktuellen Frauenperspektiven im Judentum.

Lara Dämmig forscht und veröffentlicht zu jüdischer Frauengeschichte und weiblichen Perspektiven auf das Judentum. Sie ist Mit-Initiatorin sowie Vorstandsmitglied von Bet Debora. Bet Debora (Haus der Debora) ist eine jüdisch-feministische Initiative, die 1998 von einer Gruppe jüdischer Frauen ins Leben gerufen wurde und sich für eine gendergerechte Erneuerung der europäischen Judentums einsetzt.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


11.08.2016
Film


21:30 Uhr

Leipzig
2cl Sommerkino auf Conne Island
Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Pizza in Auschwitz
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

Israel 2008, OmeU, Dok, 65 min, Regie: Moshe Zimerman


Der 74-jährige Danny Chanoch hat Auschwitz überlebt, oder er hat – wie er es ausdrückt – einen BA, einen Bachelor of Auschwitz. Der große, charismatische Mann hat mehrfach ehemalige Vernichtungslager der Nazis in Polen besucht. Jedoch dauerte es lange, ehe er seine beiden Kinder Miri (38) und Sagi (40) dazu bewegen konnte, gemeinsam mit ihm die Schauplätze seiner verlorenen Kindheit aufzusuchen. Sechs Tage lang fahren die drei Familienmitglieder, begleitet von einem Filmteam, von Lager zu Lager durch Europa und besuchen die Stätten von Dannys Kindheitstraumata. Am Ende ihrer Reise gelangen sie nach Auschwitz-Birkenau, wo Danny einen lang gehegten Wunsch verwirklichen möchte: gemeinsam mit seinen Kindern eine Nacht auf seiner alten Pritsche in der Baracke verbringen.
Moshe Zimermans Film zeigt, wie sich die Erfahrung des Holocaust durch Generationen hindurch zieht und bis zum heutigen Tag die Geschichten jüdischer Familien bestimmt. Auch das Leben von Dannys Kindern ist von der Beschäftigung mit dem Holocaust geprägt, die auf ihrer gemeinsamen Reise an die Orte des Grauens die Grenzen des Ertragbaren für sie erreicht. Beim gemeinsamen Pizzaessen in Auschwitz kommt es zur unvermeidlichen Konfrontation zwischen dem Vater und seinen Kindern, die von schwarzem Humor und großem Schmerz erfüllt ist.

Mit Vorfilm:
Mama, L’Chaim! (Auf das Leben)
Regie: Elkan Spiller, BRD 2009, Dok, 6 min, OmeU

Seit drei Jahren lebt der 62-jährige Chaim bei seiner Mutter, einer Überlebenden der Konzentrationslager. Sie ist 95 Jahre alt und hat Grausames erlebt. Erlebnisse, die in ihren täglichen Erinnerungen immer wieder zurückkehren. Der Film zeigt, wie der Holocaust über Generationen hinweg die Familiengeschichten der Überlebenden durchzieht.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


15.08.2016 - 22.08.2016
Info-Veranstaltung, Diskussions-
Veranstaltung


10:00 Uhr

Leipzig
Plagwitz / Lindenau
Soziale Kampfbaustelle
abreißen. umgraben. aufbauen

+++ english version below +++

Abreißen. Umgraben. Aufbauen.
Soziale Kampfbaustelle im Leipziger Westen (Lindenau/Plagwitz) (15. – 22.08.16)

Das Viertel soll nicht schöner werden, sondern widerständiger.
Auf dem Camp der Sozialen Kampfbaustelle wollen wir uns als Betroffene von Ausgrenzung, Ausbeutung und Verdrängung organisieren. Auf dem Camp wird es Diskussionen, Ideenaustausch, Vernetzung, gemeinsame Aktionen, kollektive Widerstandsstrategien, ’ne Küche für Alle und Campingmöglichkeiten geben. Unser Ziel ist es, gemeinsam gegen unsere Unterdrückung zu kämpfen und sie langfristig abzuschaffen. Das Camp ist erst der Anfang.

Lindenau und Plagwitz verändern sich in atemberaubendem Tempo. Mieten und Preise steigen, arme Menschen werden verdrängt, andere Menschen rausgeworfen, Mieter*innen aus ihren Wohnungen geekelt. Und das alles nur um noch mehr Geld zu machen. Um die Menschen und ihre Bedürfnisse geht es dabei nicht. Um den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen, braucht es Solidarität, gegenseitigen Respekt und gemeinsamen Widerstand gegen die alltäglichen kapitalistischen Zumutungen. Solidarität und Respekt entstehen erst, wenn Nachbar*innen sich kennenlernen und sich als Gleiche verstehen. Widerstand entsteht erst, wenn wir unsere Nachbar*innen nicht als Konkurrenten*innen wahrnehmen, sondern gemeinsame Interessen erkennen und gemeinsam handeln.

Die Soziale Kampfbaustelle ist ein soziales Experiment. Wir wollen näher zusammenrücken und neue Formen der Zwischenmenschlichkeit ausprobieren. Wir wollen uns aufeinander verlassen und uns vertrauen können. Dafür müssen wir als Erstes die Vereinsamung und Vereinzelung durchbrechen. Unser Widerstand muss dort beginnen, wo wir leben, hier im Kiez. Er beginnt bei uns und unseren eigenen Problemen.

Wir wollen gemeinschaftlich zusammenarbeiten, solidarisch im Alltag miteinander sein und uns gegenseitig helfen, die alltäglichen Bedürfnisse zu erfüllen. Dazu wollen wir über unsere eigenen Bedürfnisse und Probleme bei der Arbeit oder in der Mietwohnung, bei der Erziehung unserer Kinder und in unserer Freizeit reden. Wir haben alle Stress bei der Arbeit, beim Amt, zu Hause, mit den Vermieter*innen und Chefs. Wir können aber auch gemeinsam etwas dagegen tun und müssen nicht allein damit klar kommen.

Um dies dauerhaft zu schaffen, müssen wir Wege aus dem Kapitalismus suchen und sie umsetzen. Wir wollen Strukturen schaffen und Verhaltensweisen erlernen, die es uns ermöglichen, widerständig und revolutionär zu handeln. Dafür müssen alle mitbestimmen dürfen. Dafür sollen Alle an allem teilhaben können. Dafür müssen wir die herrschenden Eigentumsverhältnisse auflösen. Es braucht Freiheit und Fülle für Alle statt privatem Reichtum von Wenigen.

Wir brauchen keine Vormundschaften, keine Überwacher und Verwalter. Wir wollen keine Herrscher und keine Anführer. Niemand soll aufgrund seiner*ihrer Herkunft, Alters oder Geschlechts etc. ausgeschlossen oder diskriminiert werden. Wer andere ausschließen oder ihnen schaden will, hat auf dem Camp nichts zu suchen.

Hiermit sind Sie/bist Du herzlich eingeladen an der ersten Sozialen Kampfbaustelle in Leipzig teilzunehmen.


——————————

English:

Demolish. Dig up. Build up.
Social Struggle Construction Site in the West of Leipzig (Lindenau/Plagwitz) (15. – 22.08.16)

With the SSCS the neighborhood shall not become more beautiful but more resilient and rebellious! At the Camp of the Social Struggle Construction Site (SSCS) we want to organize ourselves as subjects affected by segregation, exploitation and gentrification. The Camp will have discussions, exchange of experiences, networking, joint actions, setup of solidary structures and collective resistance strategies. It is our goal to fight together against our oppression and in the long run abolish it. The Camp is just the beginning.

Lindenau and Plagwitz are changing in a breathtaking speed. Rents and prices are going up, poor people are displaced, other people are thrown out, tenants are frozen out of their places. Just to make more money. This is not about humans and their needs. To put the human and his*her needs in the center, solidarity is needed, mutual respect and collective resistance against the everyday terrors of capitalism. Solidarity and respect emerge when neighbors get to know each other and understand themselves mutually as equals. Resistance emerges when we stop perceiving our neighbors as rivals, when we identify common interests and start acting together. The SCSS is a social experiment. We want to get closer to each other and experiment with new forms of being together. We want to rely on each other and trust each other. Therefore, first of all, we need to break the isolation and loneliness. Our resistance has to start, where we live, here in Lindenau and Plagwitz. Resistance starts with us and our own problems.

We want to work collectively, we want to be solidary in our everyday lifes and help each other to fulfill our needs. Therefore we want to talk about our needs and problems at work or with the rented apartement, with the raising of our children and in our spare time. We all have trouble with work, at the Jobcenter, at home, with the landlords and bosses. But we can act together against that. We are not alone with these problems. To do this in the long term, we need to find ways out of capitalism and realize them. We want to create structures and learn behaviours, which enable us to resist and revolutionize.

Therefore everybody has to have a say and the right to participate. Therefore everybody shall have part in everything. Therefore we must destroy the ruling property relations. We needvfreedom and wealth for everyone, instead of private wealth of some. We do not need paternalism, nor watchmen or administrator. We don’t want rulers or leaders. Nobody shall be excluded or discriminated against on grounds of origin, age, gender etc.. Other people who want to exclude or harm anyone, are not welcome at the Camp of the
SCSS.

You are invited to join and take part the first Social Struggle Construction Site in Leipzig. We try to organise translations into several languages. Please help and bring somebody who is able to translate.
aufbauen.blogsport.eu

17.08.2016
Film


20:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
the wound that needs to be healed
an exploration of the spanish-moroccan border around ceuta

BRD 2016, OmeU, Dok, 56 min, Regie: Vincent Förster

Grenzen sind die Verkörperungen der Widersprüche von Politik im 21. Jahrhundert: Hier prallen Staatssouveränität und internationales Recht, nationale Sicherheit und Menschenrechte, territoriale Integrität und ökonomische Enträumlichung, nationale Kultur und Identität und transnationale Migrationsströme aufeinander. Für (weiße) Europäer_innen, Nordamerikaner_innen und Australier_innen sind diese Grenzen fast unsichtbar, aber für fast alle anderen Menschen auf der Welt sind sie ziemlich real.
Die spanische Exklave Ceuta, an der nordmarokkanischen Küste gelegen und zusammen mit Melilla die einzige Landgrenze zwischen Europa und Afrika, ist ein Paradebeispiel dieser Situation. Die Grenze um Ceuta ist gekennzeichnet durch Zäune, Stacheldraht, Überwachung, irreguläre Übertritte, physische Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle. Damit ist sie physische Komponente einer stark rassifizierten, diskriminierenden Einlasspolitik, die lediglich jenen Menschen Zutritt gewährt, die dem Geschmack der europäischen Staaten entsprechen.
In und um Ceuta herum gedreht, stellt der Film diese Themen in den Vordergrund und zeigt die Multipolarität und Unklarheiten der Grenze auf. Er fragt, warum Grenzen überhaupt existieren und was sie für diejenigen bedeuten, die mit ihnen leben (müssen), indem er die gelebten Grenzerfahrungen von Migranten aus dem Kongo, Kamerun und der Elfenbeinküste, die die Grenze nach Ceuta irregulär überquerten, sowie Marokkanern, die im grenzüberschreitenden Handel tätig sind, beleuchtet. Diese Geschichten werden mit den Gedanken des Filmemachers über seine Begegnungen verwoben und fordern einen Dialog und die Notwendigkeit, sich gegenseitig mehr zuzuhören und zu verstehen, um die Menschenwürde an der Grenze und anderswo wirklich achten zu können.

Im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur Vincent Förster.

Eine Veranstaltung des Referates für Antirassismus des Student_innenRates der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Cinémathèque Leipzig e.V.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


18.08.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Manislam
mit Podiumsdiskussion

Norwegen 2014, OmU, Dok, 58 min, Regie: Nefise Özkal Lorentzen

Ehrenmorde, Zwangsehen, Gewalttäter - die medial verbreiteten Bilder und Schlagworte über Muslime sind bekanntlich meist äußerst negativ besetzt. Aus einer Kritik an traditionellen Männlichkeiten werden so schnell allgemeine, defizitäre Zuschreibungen, von denen vor allem muslimische Männer sehr stark betroffen sind. Der Dokumentarfilm MANISLAM der türkisch-norwegischen Regisseurin Nefise Özkal Lorentzen wagt einen genaueren Blick darauf, was es bedeutet, Mann und Muslim zu sein. Der Film porträtiert auf kontroverse Weise vier Männer aus der Türkei, Indonesien, Bangladesch und Kuwait, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Reform traditioneller Rollenbilder engagieren. Damit unterlaufen sie das Stereotyp des autoritären, muslimischen Patriarchen und plädieren dafür, Menschen nicht nach bestimmten Bildern von Religion und Tradition, sondern nach ihren individuellen Persönlichkeiten zu beurteilen.

Im Anschluss Diskussion zu Männlichkeiten und Islam mit Delal Atmaca (DaMigra e.V. - Dachverband der Migrantinnenorganisationen) und Özcan Karadeniz (Projektkoordinator „Vaterzeit im Ramadan?!", Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V.)

Eine Veranstaltung des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften Leipzig in Kooperation mit dem Cinémathèque Leipzig e.V.

Mit freundlicher Unterstützung des Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
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23.08.2016
Film


21:30 Uhr

Leipzig
2cl Sommerkino auf Conne Island
Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Triumph des guten Willens

BRD 2016, deutsche OF, Dok, 95 min, Regie: Mikko Linnemann

„Some of my best friends are german“. Mit diesem Satz führte der Journalist, Buchautor, Kurator, Filmemacher und Historiker Eike Geisel gerne diejenigen vor, die mit Verweis auf freundschaftliche Verhältnisse zu Juden und Jüdinnen den antisemitischen Inhalt eigener Aussagen zu relativieren versuchten. Für Geisel stand dies symptomatisch für die deutsche Erinnerungspolitik, deren vorrangiges Ziel er nicht in der Aufarbeitung des Holocaust sah, sondern in der Einbettung von Auschwitz ins nationale Narrativ. Erinnerung sei in Deutschland, so Geisel, die „höchste Form des Vergessens“. Bereits Mitte der 1980er Jahre sah er die Deutschen nur auf die Gelegenheit warten, „sich nicht trotz, sondern wegen der Juden als nationales Kollektiv zu konstituieren“. Er sollte Recht behalten: 15 Jahre nach jener Aussage führte Deutschland zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder Krieg, und zwar „nicht trotz, sondern wegen Auschwitz“, wie der damalige grüne Außenminister Joschka Fischer betonte.

Geisels Texte wurden in der Zeit, der Taz und in der Konkret veröffentlicht – wenn sie nicht, wie es regelmäßig passierte, aufgrund angeblich unnötiger Polemik abgelehnt wurden. Dem Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit seiner Anklagen hätte Eike Geisel wohl mit Adorno geantwortet, dass „heute überhaupt nur Übertreibung das Medium von Wahrheit sei.“ Adorno, Max Horkheimer und Hannah Ahrendt waren seine theoretischen Anknüpfungspunkte, Henryk M. Broder, Hermann Gremliza und Wolfgang Pohrt seine Verbündeten im publizistischen Kampf gegen „Die Wiedergutwerdung der Deutschen“. Unter diesem Titel erschien 2015 in der Edition Tiamat eine umfangreiche Sammlung von Essays und Texten des Kritikers, herausgegeben von Klaus Bittermann, der zugleich ein Freund Geisels war.

Der Film zeichnet anhand von Texten Geisels, eingesprochen von Robert Stadlober, und Gesprächen mit WeggefährtInnen die Person des „Versöhnungsverweigerer“ nach und erinnert an einen streitbaren und unversöhnlichen Kritiker der herrschenden, und ganz besonders der deutschen Verhältnisse .

„Im Zentrum stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die ,Wiedergutwerdung der Deutschen‘. Texte Geisels aus den 1990er Jahren unter anderem über die Neue Wache und das Holocaust-Mahnmal kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine Normalität, die es eigentlich nicht geben dürfte. Zudem analysieren ausführliche Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder Geisels Thesen in Hinblick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse heute. Von der politischen Biografie Eike Geisels ausgehend, zeichnet Triumph des guten Willens ein Bild linker Debatten der letzten Jahrzehnte und fragt schließlich nach der Möglichkeit von Kritik in unmöglichen Zeiten.“
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
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27.07.2016

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