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left action - linksradikale Gruppen in  Leipzig - Termine aus Leipzig
 

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date, time, location, Aktionsform

Inhalt

weitere Infos & organisierende Gruppe

22.06.2016 - 30.06.2016
Camp


Sehlis
Sehlis bei Taucha
Sehlis-Camp 2016
Out of Order

Liebe Freund*innen!

Seit 2013 findet jährlich das Aktionscamp in Sehlis (bei Taucha) statt. Es diente in den letzten Jahren als Plattform für Seminare, Workshops und Aktionen, bot aber zeitgleich die Möglichkeiten eines Rückzugraumes für alle (Städter*innen) mit Wunsch nach Erholung auf dem Land.

Das Verhältnis von Regeneration und (politischer) Arbeit stellen wir in diesem Jahr auch thematisch in den Fokus des Camps. Das Motto „Out of Order“ steht dabei für zwei Ansprüche: Erstens bedeutet es „Außer Betrieb“ -Setzen, in Unordnung bringen, eingeschlichene Abläufe stören und dem alltäglichen Betrieb in unseren Büros, Fabriken und Institutionen etwas entgegen zu setzen. So wie wir dies auch in Bezug auf das völlig überflüssige Straßenbau-Projekt B87n tun wollen. Zweitens denken wir auch an ein selbstbestimmtes Außer-Betrieb setzen der eigenen Routinen, kurz: an Urlaub und Auszeit. Sich selbst Auszeit
zu nehmen fällt vielen von uns immer schwerer. Gerade in der Selbstorganisation und in der aktuell angespannten politischen Lage, wo es an allen Ecken brennt, fallen Ruhezeiten immer kürzer aus.

Das Camp können wir dazu nutzen gemeinsam einen Raum zu schaffen, welcher Ausspannen, Reflexion und Austausch ermöglicht. Die gemeinsame Reproduktionsarbeit (kochen, bauen, campen, sich unterhalten) werden genauso Teil des Camp-Programms sein, wie Workshops und Diskussionen zum Austausch von Wissen. Auch sind Bands und Künstler*innen vor Ort, wir hoffen ein Kinderprogramm ermöglichen zu können, es gibt einen Fluss zum Baden und genug Platz zum Toben, Mampfen und Sonnenbaden.

Das Camp ist selbstorganisiert und offen für praktische und thematische Vorschläge aller Art. Wenn ihr Ideen habt oder vorab mitgestalten möchtet, meldet euch gerne unter: sehlis-camp (ät) riseup (pünktchen) net

Wir freuen uns auf euch und ein (ent-)spannendes Camp!
https://sehliscamp.
wordpress.com/


sehlis-camp(at)
riseup.net

23.06.2016 - 31.07.2016
Ausstellung


18:00 Uhr

Leipzig
linXXnet
Bornaische Str. 3d
Diskriminierung von Roma - Projektreise auf dem Westbalkan

Zum Jahreswechsel 2015/ 16 waren Mitglieder des Leipziger Vereins „Verantwortung für Flüchtlinge e.V.“ zusammen mit InteressentInnen in die Länder des Westbalkans unterwegs. Zunächst führte der Weg in das bosnische Srebrenica, wo der Ort besucht wurde, an dem 1995 innerhalb von nur drei Tagen über 8.000 Jungen und Männer von bosnischen Serben ermordet wurden. Weiter ging es nach Montenegro, Albanien und in den Kosovo. Ein Thema, das uns auf der ganzen
Reise ständig begleitete waren Hass, Terror und Morden aus ethnischen Gründen. In der Ausstellung schildert der Verein die Situation der Roma-Minderheiten in Montenegro und im Kosovo und informiert über die wichtigsten Projekte auf dieser Reise.

Der Vorsitzende des Vereins, Ricky Burzlaff, wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 23.6.2016 besonders auf das Leben von abgeschobenen Roma im Kosovo eingehen und mit konkreten Hilfestellungen zukünftige Projekte des Vereins vorstellen. Denn die Arbeit vor Ort geht weiter. Vor allem abgeschobenen Menschen aus Deutschland möchte der Verein im Kosovo tatkräftig bei Behördengängen, Rechtsangelegenheiten und im Alltag unterstützen.
linXXnet & Verantwortung für Flüchtlinge e.V.

linxxnet.de

27.06.2016
Film


19:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Jedes Jahr nie wieder
+ Gespräch

Paul Buchinger, David Pilcher, Österreich 2015, Dok, 95 min, deutsche OF

Der Film thematisiert aus einer kritischen Perspektive die derzeit wohl umstrittenste Veranstaltung Österreichs, den von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerball: ein internationales Treffen völkischer Burschenschafter, neurechter AkteurInnen und extrem rechter Parteien in der traditionsreichen Wiener Hofburg. Die Macher Paul Buchinger und David Pichler porträtieren die Schlüsselfiguren dieser Nacht, von der Antifa bis zur Burschenschaft, und fragen überdies in der Öffentlichkeit stehende Personen aus Politik, Kultur und Wissenschaft nach deren persönlicher Wahrnehmung zum Ball.

Jedes Jahr im Januar findet der Wiener Akademikerball, ehemals WKR-Ball („Wiener Korporationsring") statt. Ein elitäres Stell-dich-ein der völkischen und extrem rechten Szene Europas. Seit 2008 gab es dagegen wachsende Proteste von antifaschistischen und linken Gruppen, aber auch von Gewerkschaften, Kirchen und Parteien, an denen in den letzten Jahren bis zu zehntausend Menschen aus dem In-und Ausland teilnahmen. Stadt und Polizei reagierten darauf vor allem mit Repression, u.a. 2014 mit einem viel kritisierten Platzverbot für Teile der Innenstadt. Im Laufe des Abends kam es zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Polizei und Sachbeschädigungen.
Der Film folgt einem chronologischen Ablauf von der Anti-Akademikerball-Demonstration 2014 bis zu jener im Jahr 2015. In den Fokus rückt dabei auch der Fall des Demonstranten Josef S. aus Jena, der als vermeintlicher "Rädelsführer" fast 6 Monate in Untersuchungshaft sitzen musste und im Anschluss in einem mehr als fragwürdigen Prozess verurteilt wurde. So behandelt der Film auch die, vor allem am Fall Josef S. aufgezogene, medial geführte Gewaltdebatte. Darüber hinaus wird durch ein Portrait der Wiener Burschenschaft Libertas das ideologische Korsett des Balls als auch der Alltag deutschnationaler Verbindungsstudenten gezeigt, und damit dem Ziel der Kritik der WKR-GegnerInnen ein Gesicht gegeben.

Einführender Vortrag und anschließende Diskussion mit:
Judith Goetz (Literatur- und Politikwissenschaftlerin aus Wien, Mitglied der
Forschungsgruppe Ideologien und Politik der Ungleichheit (FIPU) in Österreich, Autorin von "Ausgetanzt! Eine kritische Bilanz der Proteste gegen den WKR-Ball").

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung Jungle World und The Future is unwritten


Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


27.06.2016
Diskussions-
Veranstaltung, Film


19:00 Uhr

Leipzig
die naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46
Film + Gespräch: Jedes Jahr Nie Wieder
Der Wiener Akademikerball

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung Jungle World und der Cinémathèque Leipzig e.v.

Einführender Vortrag und anschließende Diskussion mit:
Judith Goetz (Literatur- und Politikwissenschaftlerin aus Wien, Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politik der Ungleichheit (FIPU) in Österreich, Autorin von „Ausgetanzt! Eine kritische Bilanz der Proteste gegen den WKR-Ball“).

Österreich 2015, deutsche OF, Dok, 95 min, Regie: Paul Buchinger, David Pilcher

Der Film thematisiert aus einer kritischen Perspektive die derzeit wohl umstrittenste Veranstaltung Österreichs, dem von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerball: ein internationales Treffen völkischer Burschenschafter, neurechter AkteurInnen und extrem rechter Parteien in der traditionsreichen Wiener Hofburg. Die Macher Paul Buchinger und David Pichler porträtieren die Schlüsselfiguren dieser Nacht, von der Antifa bis zur Burschenschaft, und fragen überdies in der Öffentlichkeit stehende Personen aus Politik, Kultur und Wissenschaft nach deren persönlicher Wahrnehmung zum Ball.

Jedes Jahr im Januar findet der Wiener Akademikerball, ehemals WKR-Ball („Wiener Korporationsring“) statt. Ein elitäres Stell-dich-ein der völkischen und extrem rechten Szene Europas. Seit 2008 gab es dagegen wachsende Proteste von antifaschistischen und linken Gruppen, aber auch von Gewerkschaften, Kirchen und Parteien, an denen in den letzten Jahren bis zu zehntausend Menschen aus dem In-und Ausland teilnahmen. Stadt und Polizei reagierten darauf vor allem mit Repression, u.a. 2014 mit einem viel kritisierten Platzverbot für Teile der Innenstadt. Im Laufe des Abends kam es zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Polizei und Sachbeschädigungen.

Der Film folgt einem chronologischen Ablauf von der Anti-Akademikerball-Demonstration 2014 bis zu jener im Jahr 2015. In den Fokus rückt dabei auch der Fall des Demonstranten Josef S. aus Jena, der als vermeintlicher „Rädelsführer“ fast 6 Monate in Untersuchungshaft sitzen musste und im Anschluss in einem mehr als fragwürdigen Prozess verurteilt wurde. So behandelt der Film auch die, vor allem am Fall Josef S. aufgezogene, medial geführte Gewaltdebatte. Darüber hinaus wird durch ein Portrait der Wiener Burschenschaft Libertas das ideologische Korsett des Balls als auch der Alltag deutschnationaler Verbindungsstudenten gezeigt, und damit dem Ziel der Kritik der WKR-GegnerInnen ein Gesicht gegeben.
The Future Is Unwritten

unwritten-future.org/
index.php/film-
gespraech-jedes-jahr-nie-
wieder-der-wiener-
akademikerball/


28.06.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Gayby Baby
+ Filmgespräch

Anschließend Gespräch mit Produzentin Charlotte Mars (in englischer Sprache)

Maya Newell, Australien 2015, Dok, 85 min, OmU
Ein berührender Dokumentarfilm über die Situation von Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern, der aus einer bislang ungewöhnlichen, und zugleich der naheliegendsten Perspektive in die Debatte eingreift: aus der Sicht der Kinder. Der Film ist zugleich ein Statement für Toleranz und Offenheit gegenüber alternativen Lebens- und Familienentwürfen, die nicht der hetero-sexuellen Norm entsprechen, und fordert ihre rechtliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung. Denn eines zeigt der Film ganz deutlich: die Probleme junger Familien, von Eltern mit ihren Kindern, sind überall die gleichen, unabhängig geschlechtlicher Zuschreibungen und Identitäten. Der einzige Unterschied, insbesondere für die Kids, resultiert aus der Intoleranz und den Steinen, die Staat und Gesellschaft gleichgeschlechtlichen Familien in den Weg legen.

"Erwachsene nerven. Immer. Der 11-jährige Gus liebt Wrestling, aber seine Mutter ist nicht begeistert: Prügelnde Männer – was für ein Rollenbild vermitteln die denn? Ebony, 12, möchte singen und an die Performing Arts High School, doch der Weg dorthin ist mühsam. Der adoptierte Graham ringt mit seinen 11 Jahren darum, Lesen und Schreiben zu lernen – und muss auch noch mit der Familie umziehen. Matt kämpft damit, dass der Gott, an den er glauben soll, die Lebensform seiner Mutter vermeintlich als Sünde betrachtet …
Großwerden ist schwer. Bei zwei Müttern oder Vätern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufzuwachsen, macht es nicht leichter. In einer Zeit der Selbstfindung muss man ständig abschätzen, wie viel man nach außen preisgibt, oder, wie Graham sagt: was eine gute und eine schlechte Lüge ist. Man will sich abgrenzen und die Eltern zugleich schützen. Man muss wie Ebony bereit sein, gegen Mobbing anzutreten, oder wie Matt, sich vom Pfarrer bis zur Premierministerin mit allen anzulegen. Bei alldem gelingt es Maya Newell, das universelle Drama des Coming of Age konsequent aus der Sicht der Kinder, in alltäglichen Szenen zu erzählen. „Normalität“ und Geschlechterstereotype werden hinterfragt, doch jede überanstrengte Political Correctness unterlaufen die Kids auf ihre Art: mit Wrestler-Masken und Barbie-Puppen. Nicht zur Freude ihrer Eltern, versteht sich. Aber es sind coole Eltern."
Grit Lemke / Katalog DOK Leipzig 2015


Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


28.06.2016
Film


20:15 Uhr

Leipzig
Stadtgarten H17
Hähnelstraße 17 Leipzig-Lindenau
Can´t besilent - on tour with the refugees
Eine Filmdokumentation über das Musikprojekt The Refugees. dt. (Originalversion with english subtitles, 83 Min)

Sie sind angekommen und doch noch immer auf der Flucht. Sie sind Sänger, Musiker, Rapper und gleichzeitig Ausgeschlossene und Abgeschobene. Mit ihrer Musik bringen sie Tausende von Menschen zusammen und sind doch selbst nicht berechtigt, den nächstliegenden Bezirk zu betreten. Nuri (Dagestan), Jacques (Elfenbeinküste), Hosain (Afghanistan), Sam (Gambia) und Revelino (Elfenbeinküste) haben ihr Land verlassen auf der Suche nach einer neuen Heimat, die vielleicht Deutschland ist. Isoliert in Heimen und zum Stillstand verurteilt, leben sie einen tristen Flüchtlingsalltag.
Heinz Ratz hat viele Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland besucht. Einige der dort lebenden Musiker begleiteten ihn und seine Combo „Strom & Wasser“ anschließend als“ The Refugees“ auf einer großen Deutschland-Tournee und begeisterten ein riesiges Publikum. Die Doku begleitet die Refugees und Heinz Ratz bei dem Versuch, sich von ihren verordneten Plätzen zu lösen – durch die so simple wie machtvolle Geste, die eigene Stimme zu erheben.
Stadtgarten H17

freiraumsyndikat.de

stadtgarten-
h17(at)
freiraumsyndikat.de

04.07.2016
regionale Demonstration


18:00 Uhr

Leipzig
Arno-Nitzsche-Straße Ecke Zwickauer Straße
»a monday without you«
Rechte Strukturen offenlegen!

Rassismuszone Sorglosland – Nicht mit uns!

Wir stellen uns aktiv gegen die aktuellen rassistischen und rechten Mobilisierungen. Dafür ist es notwendig, dahin zu gehen, wo sich die rechten AkteurInnen wohl und sicher fühlen. Der Widerspruch gehört in ihr direktes Umfeld.

Seit nun über einem Jahr fordern RassistInnen bundesweit auf regelmäßigen Aufmärschen den Erhalt ihrer deutschen “Volksgemeinschaft”. Die Abwertung des “Anderen”, der Menschen außerhalb dieser, durch Stigmatisierung, Maginalisierung und Verfolgung führt zur Aufwertung ihrer eigenen Position. Durch diese Abgrenzung wird eine eingebildete nationale Zusammengehörigkeit erzeugt. Dies erspart die Auseinandersetzung mit den eigenen Positionen und Einstellungen.

Debatten über soziale Unterschiede, Homosexuellenfeindlichkeit, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus können so bequem ausgelagert werden, als hätte dies nichts mit Deutschland und sich selbst zu tun. Dies ist nicht neu und wird von uns nicht akzeptiert und toleriert. Konkrete Personen, die sich nun an der Spitze einer imaginierten “Volksfront” sehen, haben es geschafft, das rassistische Potenzial, welches bereits vor den *gida-Aufmärschen in der deutschen Gesellschaft vorhanden war, zu aktivieren und auf die Straße zu bringen. Die Hintermänner und -frauen lieferten den Startschuss, Asylunterkünfte und Geflüchtete anzugreifen und das rassistische Klima von den Köpfen nicht nur auf die Straße, sondern auch in den bundesweiten medialen Diskurs zu tragen.

Die rechten und rassistischen AkteurInnen sind jene, die die Idee eines freien, selbstbestimmten Lebens für alle offen angreifen und dabei auch Schaden und Tod von Menschen als legitimes Mittel ansehen. Sie geben den rechten SchlägerInnen und BrandstifterInnen nicht nur freudig Motivation zu ihren Taten, sondern ermutigen sie auch tatkräftig dazu, Aufgaben zu erledigen, die in ihrer Vorstellung eigentlich durch den Staat zu erledigen seien. Sie stützen sich auf ihre Gefolgschaft, wenn es darum geht, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Brennende Häuser und Angriffe auf alle vermeintlichen Feinde ihrer “Volksgemeinschaft” sowie der weitere Ausbau der Festung Europa und verstärkter Nationalismus sind die direkten Folgen. So haben sich genug Menschen zusammengefunden, eine völkische Revolution wieder greifbar zu machen. Für den Neofaschismus in Deutschland ist eine Situation eingetreten, wie sie über Jahrzehnte nicht vorherrschte.

Diese Realität bekämpfen wir und überlassen den RassistInnen, Nazis und Rechten kein Haus, keine Straße, keinen Kiez. All ihre Strukturen gehören zerschlagen. Wir werden dieses Versprechen auf die Straße und überall dorthin tragen, wo sie ihre Propaganda verbreiten, sich versammeln oder verstecken. Gegen sie verteidigen wir unsere Vorstellungen eines selbstbestimmten Lebens sowie einer fortschrittlichen und emanzipierten Gesellschaft.

Wir haben nach mehr als einem Jahr PEGIDA/LEGIDA keine Lust mehr, ein Spiel aus rassistischen Aufmärschen und Gegenprotest zu spielen. Der rassistische Mob ist immer eine diffuse Masse von individuellen RassistInnen, die die Gelegenheit und den Mangel an Widerstand ausnutzen. Daher wollen wir ihnen den Schutz der Masse nehmen und sie direkt mit ihren menschenverachtenden Einstellungen und Taten konfrontieren. Dazu kann jedeR beitragen.

Und jeder Beitrag zählt, denn die wirksamste Antwort auf eine starke rechte Bewegung ist eine starke antifaschistische Bewegung. Wir sind der Ansicht, dass dies vor allem in Sachsen geschehen muss und zwar mit allem zu verantwortenden Nachdruck.

Das heißt: Auf allen Ebenen – mit allen Mitteln.


4.Juli 2016 um 18 Uhr Arno-Nitzsche-Straße Ecke Zwickauer Straße

Mehr Informationen auf: Leipzig.antifa.de
Antifaschistische Kampagne »a monday without you«

inventati.org/leipzig/

09.07.2016
Film


20:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Çürük - The Pink Report
im Rahmen des CSD Leipzig

BRD 2011, OmU, Dok, 75 min, Regie: Ulrike Böhnisch

ÇÜRÜK - THE PINK REPORT lässt vier junge homosexuelle Männer von ihren Erfahrungen mit dem türkischen Militär und ihrer Ausmusterung erzählen; eine intime Begegnung und bewegende Geschichten zwischen institutionalisierter Gewalt, panischer Angst und dem Wunsch nach Anerkennung in einer Gesellschaft, die sie als krank, faul, verdorben – çürük – bezeichnet. Dabei wird deutlich, dass der Ausmusterungsprozess trotz seines menschenverachtenden Regelwerks zum "Beweis" der Homosexualität als "psychosexuelle Störung" für viele Betroffene das kleinere Übel darstellt – Horrorgeschichten von grausamen Massenvergewaltigungen beim Militär kursieren aktiv in der türkischen Schwulenszene.

In der Türkei, wo noch immer die Wehrpflicht für alle volljährigen Männer gilt, sieht das Militär Homosexualität wird als »psychosexuelle Störung« an. Homosexuelle Männer können daher bei der Musterung einen Antrag stellen, sich im Militärkrankenhaus untersuchen zu lassen. Wenn der Psychiater einen Betroffenen auf Grund seiner Homosexualität als "psychosexuell gestört" diagnostiziert und die Kommission die Diagnose anerkennt, wird die Person ausgemustert. Die Militärärzte sind verpflichtet, Antragssteller auf ihre Homosexualität hin zu untersuchen. Dazu benutzen sie nicht nur den bei psychischen Störungen weltweit eingesetzten MMPI-Persönlichkeitstest, sondern bedienen sich auch weiterer Diagnosemethoden. Zweifelt der Psychiater an der Homosexualität der Antragssteller, werden Analuntersuchungen und pornografische Fotos als Beweismittel hinzugezogen. Auch für die Beweisfotos gelten klar formulierte Regeln, nach denen der Auszumusternde beim passiven Analverkehr abgelichtet wird und neben dem Akt auch sein Gesichtsausdruck zu erkennen sein muss. Schließlich gilt nur als "gey", wer passiv ist, der aktive Partner hingegen gilt nach wie vor als heterosexuell.

So behandelt der Film nicht nur Homophobie, Menschenrechtsverletzungen in der Türkei, die Rolle des Militärs dabei und die Grenzen der Meinungsfreiheit, sondern thematisiert außerdem den schwierigen Begriff von "Männlichkeit" und die damit verbundenen Vorstellungen.

Eintritt: 6,50 EUR / 4,50 EUR ermäßigt
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


11.07.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Wo willst du hin, Habibi?
m. Diskussion, im Rahmen des CSD Leipzig

BRD 2015, deutsche OF, 80 min, Regie: Tor Iben
mit Cem Alkan, Martin Walde, Neil Malik Abdullah

Ibrahim (kurz Ibo) ist türkischer Abstammung und lebt schon sein ganzes Leben in Deutschland. Es ist jedoch nicht nur sein kultureller Hintergrund, der ihn immer wieder als Außenseiter dastehen lässt. Ibo ist schwul und muss sich deshalb immer wieder mit den Vorurteilen anderer auseinandersetzen. Seine Familie hat keine Ahnung von seiner sexuellen Orientierung. Eines Tages trifft er durch Zufall auf Alexander (kurz Ali), einen attraktiven Wrestler und Teilzeit-Kriminellen, der nachts in Häuser einbricht. Zwischen den beiden ungleichen Männern entwickelt sich eine außergewöhnliche Freundschaft, die die kulturellen und sexuellen Vorurteile überwindet. Schon bald hat Ibo Probleme mit seiner Familie - und Ali mit dem Gesetz. Der Film thematisiert die Suche nach kultureller Zugehörigkeit, das Wesen der Freundschaft und alle Gefühle, die dazwischen liegen. Das Wort „Habibi“ im Titel bedeutet so viel wie „Geliebter“.

Im Anschluss (ca. 20.30 Uhr) Podiumsdiskussion über alltägliche (Mehrfach-)Diskriminierung von LSBTIQ*.

Dabei werden auch die Ergebnisse einer bundesweiten, repräsentativen Erhebung und Betroffenenbefragung von 2015 durch das Antidiskriminierungsbüro des Bundes vorgestellt.

Mit Kathrin Darlatt (Referat Gleichstellung Stadt Leipzig) und Daniel Bartel (Antidiskriminierungsbüro Leipzig).
Moderation: Peter Thürer (Sozialarbeiter AIDS-Hilfe Leipzig e.V.)
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


12.07.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Beziehungsweise
Kurzfilme jenseits der Heteronormativität von Jan Soldat

BRD 2012-2015, OmeU, Dok, 85 min, Regie: Jan Soldat

Fünf Kurzfilme, die intime Einblicke geben in (männliche) Sexualitäten, Lebens- und Beziehungsentwürfe abseits heteronormativer Normen.

BDSM, Sexualität im Alter, Age-Play und Beziehungsformen abseits des Mainstreams – die Themen verheißen zunächst Skandal, Tabubruch und vermeintlich aufklärerische Moralität. Diese Erwartungen erfüllen die meisterhaften Kurzdokumentarfilme jedoch nicht. Stattdessen gelingen Regisseur Jan Soldat sensible und respektvolle Einblicke in vielfältige Lebenswirklichkeiten und (vor allem männliche) Sexualitäten jenseits des heteronormativen Mainstreams – ohne die übliche Pathologisierung und fernab der bekannten ästhetischen Signaturen queerer Lebensentwürfe.
BEZIEHUNGSWEISE zeigt gewöhnliche Menschen, wie sie sind: frei in der Unfreiheit, unromantisch und trotzdem voller Liebe.

Beziehungsweise (BRD 2013, 5 min)
Menschen und ihre Beziehungen. Zu anderen, zu ihren Wohnungen, zu sich selbst.

Die 6. Jahreszeit (BRD 2015, 37 min)
Arwed, 48, ist Landwirt in der 3. Generation. Nach einer sehr stressigen Erntezeit hat sein Partner Dennis ein ganz besonderes Geschenk für ihn: eine Woche Wellness-Urlaub. Im Gefängnis. Filmische Beobachtung einer zärtlichen Beziehung, die ihre Erfüllung im Wechselspiel von Macht, Kontrolle und Hingabe sucht.

Wielandstr. 30, 3. OG links (BRD 2012, 2 min)
Jörg, 70, und Karsten, 28, zeigen sich, ihre Liebe und ihre Wohnung.

Ein Wochenende in Deutschland (BRD 2013, 25 min),
Manfred und Jürgen, beide Mitte 70, verbringen einen gemeinsamen Samstag. Sonnen, Gartenarbeit und Streitereien stehen auf dem Programm. Am Sonntag leistet ihnen ihr alter Freund Rosie bei ihrer BDSM-Session Gesellschaft. Ein ganz normales Wochenende irgendwo in Deutschland.

Coming of Age (BRD 2015, 14 min)
Der geplante Vater-Kind-Nachmittag verwandelt sich in ein Gespräch über männliche Vorbilder - bis die Rollen wieder wechseln.

FSK 18.

Anschließend Gespräch mit Regisseur Jan Soldat.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


13.07.2016
Lesung


20:00 Uhr

Leipzig
Atari
Utopie
Lesung von Alexander Neupert-Doppler "Utopie" (theorie.org)

In Zeiten der Krise nimmt das Interesse am utopischen
Denken, gerade auf der Linken, zu. Debatten über uto-
pisches Bewusstsein scheitern aber leider sehr oft daran,
dass verschiedene Bedeutungen des Begriff s Utopie
nicht ausreichend unterschieden werden.
Das Buch »Utopie« verfolgt daher eine doppelte Zielset-
zung: Zum einen werden literarische Roman-Utopien,
(früh-)sozialistische Siedlungs-Utopien und aktuelle
politische Utopien unterschieden und historisch einge-
ordnet. Zum anderen liegt der Schwerpunkt des Buches
bei den Utopiedebatten des 20. Jahrhunderts, in denen
sich diverse AutorInnen darum bemüht haben, die Funk-
tionen von Utopie für eine emanzipatorische Linke aus-
zuloten. Als Ausdruck von Bestrebungen und Kritik am
Bestehenden, als Möglichkeitssinn und Motivation von
Bewegungen, als Artikulation von Bedürfnissen, linke
Tradition und strategische Option wird Utopie zu einer
Denkfi gur kritischer Theorien. Utopien sind dabei nicht
das Abbild einer besseren Zukunft, sondern Gegen- und
Leitbilder ihrer Gegenwart. Die Arbeit am Begriff der
Utopie, zwischen Bilderverbot und Grundriss, soll zur Re-
aktualisierung utopischen Bewusstseins als subjektiver
Faktor in Kämpfen um Befreiung beitragen.
Über Sinn und Unsinn utopischer Funktionen wird an
diesem Abend vorgetragen und beraten werden.
15.07.2016
Info-Veranstaltung, Diskussions-
Veranstaltung


19:30 Uhr

Leipzig
Wurze
aks your local network
Vortrag Fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen in Deutschland

"Fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen in Deutschland

Auch wenn ihre Ansichten und Forderungen für die meisten von uns
antiquiert klingen, sehen sich christlich-fundamentalistische
Abtreibungsgegner*innen und Antifeminist*innen gerade heute im Aufwind.

Mit ihren 1000-Kreuze-Märschen sind sie noch immer auf der Straße
präsent, sie belästigen in sogenannten “Gehsteigberatungen” Frauen in
der Nähe von Abtreibungskliniken und machen Lobbyarbeit gegen das Recht
auf Selbstbestimmung über das eigene Leben und den eigenen Körper.

Auch die AfD macht heute nicht nur mit dem Feindbild “Gender
Mainstreaming” mobil, mit Beatrix von Storch sitzt ebenfalls eine
überzeugte Abtreibungsgegnerin für die Partei im Europäischen Parlament.

Berufen können sich die selbsternannten “Lebensschützer*innen” dabei auf
entsprechende gesellschaftliche Diskurse und eine hohe Akzeptanz ihrer
Positionen in Teilen der Bevölkerung.

Wer sind die Akteure und was sind ihre Positionen? Was ist ihre Agenda
und erleben wir zur Zeit gar einen antifeministischen Backflash?

Über diese Fragen und auch über Interventions- und
Handlungsmöglichkeiten möchten wir mit euch ins Gespräch kommen."
19.07.2016
Benefiz


20:00 Uhr

Leipzig
Werk 2 (Halle D)
Kochstraße 132
Gerardo Alfonso & Friends Viva Cuba Tour

Gerardo Alfonso, einer der großen kubanischen Liedermacher, gehört zur Nueva Trova Cubana (Neues kubanisches Lied). Viele seiner Lieder sind zu Hymnen geworden wie »Sabanas Blancas« (Weiße Laken), eine Liebeserklärung an Havanna und »Son los sueños todavía« (Es sind immer noch die Träume), ein Lied über Che Guevara. Zur Zeit arbeitet er im Auftrag der UNESCO am Multimediaprojekt »Auf der Route der Sklaven«. Er ist auf Einladung der Kuba-Solidaritätsbewegung auf Viva Cuba-Tour unterwegs. Mit dabei ist sein Sohn, der 16-jährige Gitarrist und Sänger, Tobías Alfonso, sowie sein compañero Tobias Thiele, Liedermacher aus Berlin.
Cuba und ich

melodieundrhythmus.
com/viva-cuba-tour/


thiele(at)melodieundrhythmus.com
21.07.2016
Film


21:30 Uhr

Leipzig
2cl Sommerkino auf Conne Island
Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Night will fall
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

GB/Israel/USA 2014, engl. OF, 75 min, Regie: André Singer

„Im Frühling 1945“, hört man die Stimme des Erzählers sagen, während im Hintergrund idyllische Landschaften vorbeiziehen, „kamen die Alliierten auf ihrem Weg in das Herz Deutschlands nach Bergen-Belsen. Gepflegte und ansehnliche Obstgärten und gut bestückte Bauernhöfe säumten den Weg. Der britische Soldat bewunderte den Ort und seine Einwohner. Bis er einen Geruch wahrnahm...“

Bei ihrem Vorstoß über Europa entdecken – und befreien – die Alliierten im Jahr 1945 die ersten Konzentrationslager und sind dort mit dem unvorstellbarsten Grauen direkt konfrontiert. Aus dem Entsetzen über die Grausamkeiten entsteht das Bedürfnis, die Verbrechen der Nazis zu dokumentieren und den Zivilisationsbruch als ewige Mahnung in Bildern festzuhalten. Unter britischer Leitung entsteht ein ehrgeiziges Projekt für die Erstellung eines Dokumentarfilms, sogar Alfred Hitchcock wird als Berater eingeflogen – der Film aber wird nie beendet. Das historische Filmmaterial verschwand in Archiven und wurde dort vergessen. 70 Jahre später nahm sich der Regisseur André Singer dieser Geschichte und gleichfalls dem unveröffentlichten Filmmaterial an. Sein Film und die Aufnahmen halten die Erinnerung an den Holocaust aufrecht – und zugleich die Warnung: Nie Wieder.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


27.07.2016
Film


20:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Pornographie und Holocaust – STALAGS
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

Israel 2008, OmU, Dok, 63 min, Regie: Ari Libsker

Der Film beschreibt ein bizarres Phänomen der israelischen Popkultur: Sadomasochistische Holocaust-Pornographie von jüdischen AutorInnen für ein jüdisches Publikum, die zeitgleich mit dem Prozess gegen Adolf Eichmann in Israel einen enormen Erfolg feierte.

Israel, Anfang der 1960er-Jahre: Unter enormem Medieninteresse beginnt in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, einen der Hauptorganisatoren der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Im Verlauf des Prozesses wird detailliert und öffentlich das Leid von Juden und Jüdinnen in den Konzentrationslagern der Nazis diskutiert, die dort stattgefundenen Grausamkeiten werden Teil der öffentlichen Debatte.
Zur gleichen Zeit erlebt die Porno-Literatur im Land einen Popularitätsschub, und zwar in Form eines ganz besonderen Genres: den “Stalag”-Heftchen. Diese erotischen Groschenromane formulierten - in steigernder Explizität - sadomasochistische Fantasien um männliche Kriegsgefangene und weibliche Nazioffiziere in deutschen Lagern, mit einem stetig wiederkehrenden plot: Ein alliierter Soldat wird im 2. Weltkrieg in einem deutschen Stammlager („Stalag“ ) von Frauen der SS gefoltert und vergewaltigt – bis er sich an seinen PeinigerInnen auf ebenso grausame Weise rächt.

Der Film behandelt diesen doppelten, miteinander in Verknüpfung stehenden Tabubruch. Erstmals gibt es in der damals sehr puritanischen Gesellschaft Israels pornografische Literatur und gleichzeitig sind diese Heftchen neben dem Eichmann-Prozess die erste öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust. In Gesprächen mit VerlegerInnen, AutorInnen und JournalistInnen fragt Regisseur Ari Libsker nach den Gründen für die damalige Popularität der Stalag-Heftchen in der israelischen Gesellschaft und verwebt die mit präziser Kamera gefilmten Interviews geschickt mit Archivbildern.

Mit einer Einführung von Sebastian Paul, Soziologe, Pädagoge und Künstler.
Cinémathèque Leipzig e.V.

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leipzig.de/


28.07.2016
Film


21:00 Uhr

Leipzig
2cl Sommerkino auf Conne Island
Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Stimmen aus dem Wald - Out of the Forest
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

Israel 2003, OmU, Dok, 91 min, Regie: Limor Pinhasov Ben Yosef, Yaron Kaftori Ben Yosef

„Freitag, 11. Juli 1941. Das Wetter ist schön. Es weht ein warmer Wind. Der Himmel ist nur leicht bewölkt. Vom Wald her hört man Schüsse.” Mit diesen Worten beginnt das Tagebuch von Kazimierz Sakowicz, einem polnische Journalisten aus Ponary, einem kleinen Dorf zehn Kilometer westlich von der litauischen Hauptstadt Vilnius. Zwischen 1941 und 1944 wurden hier mehr als 100.000 Menschen ermordet, zum größten Teil Juden und Jüdinnen. Sakowicz beobachtete die öffentlichen Massenhinrichtungen von seinem Dachfenster aus und führte akribisch Buch darüber. Das Buch erschien erschien 2003 auf Deutsch: Rachel Margolis, Jim G. Tobias (Hrsg.): Die geheimen Notizen des K. Sakowicz. Dokumente zur Judenvernichtung in Ponary. Antogo-Verlag, Nürnberg 2003.

Sechzig Jahre später reisen zwei israelische FilmemacherInnen, begleitet von den beiden einzigen Überlebenden des Massakers, zurück an die Stätte des Grauens, um AnwohnerInnen und Zeitzeugen über die Geschehnisse von damals zu befragen. Out of the Forest berichtet von Menschen, die in unmittelbarer Nähe des Massenhinrichtungsplatzes lebten - wie das junge Mädchen, deren Kühe auf den Gräbern weideten; die Frau, die sich weigerte, einen entflohenen Gefangenen in ihr Haus zu lassen oder der Mann, der mit den Kleidern der Toten Handel trieb. Der Film zeigt auch die bis heute anhaltende Verdrängung in einem Ort, der „mit dem Blut von Tausenden Ermordeten getränkt” ist, wie eine Passantin wahrheitsgemäß bemerkt und zugleich betont, dass sie gerne dort lebe.

Einführender Vortrag und anschließende Diskussion mit Dr. Ekaterina Makhotina, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Geschichte Osteuropas der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt die Erinnerungskultur im östlichen Europa und insbesondere der Holocaust in Litauen.
Cinémathèque Leipzig e.V.

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04.08.2016
Film


21:00 Uhr

Leipzig
2cl Sommerkino auf Conne Island
Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Pornographie und Holocaust – STALAGS
über/lager/leben - Filme zum Holocaust

Israel 2008, OmU, Dok, 63 min, Regie: Ari Libsker

Der Film beschreibt ein bizarres Phänomen der israelischen Popkultur: Sadomasochistische Holocaust-Pornographie von jüdischen AutorInnen für ein jüdisches Publikum, die zeitgleich mit dem Prozess gegen Adolf Eichmann in Israel einen enormen Erfolg feierte.

Israel, Anfang der 1960er-Jahre: Unter enormem Medieninteresse beginnt in Jerusalem der Prozess gegen Adolf Eichmann, einen der Hauptorganisatoren der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Im Verlauf des Prozesses wird detailliert und öffentlich das Leid von Juden und Jüdinnen in den Konzentrationslagern der Nazis diskutiert, die dort stattgefundenen Grausamkeiten werden Teil der öffentlichen Debatte.
Zur gleichen Zeit erlebt die Porno-Literatur im Land einen Popularitätsschub, und zwar in Form eines ganz besonderen Genres: den “Stalag”-Heftchen. Diese erotischen Groschenromane formulierten - in steigernder Explizität - sadomasochistische Fantasien um männliche Kriegsgefangene und weibliche Nazioffiziere in deutschen Lagern, mit einem stetig wiederkehrenden plot: Ein alliierter Soldat wird im 2. Weltkrieg in einem deutschen Stammlager („Stalag“ ) von Frauen der SS gefoltert und vergewaltigt – bis er sich an seinen PeinigerInnen auf ebenso grausame Weise rächt.

Der Film behandelt diesen doppelten, miteinander in Verknüpfung stehenden Tabubruch. Erstmals gibt es in der damals sehr puritanischen Gesellschaft Israels pornografische Literatur und gleichzeitig sind diese Heftchen neben dem Eichmann-Prozess die erste öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust. In Gesprächen mit VerlegerInnen, AutorInnen und JournalistInnen fragt Regisseur Ari Libsker nach den Gründen für die damalige Popularität der Stalag-Heftchen in der israelischen Gesellschaft und verwebt die mit präziser Kamera gefilmten Interviews geschickt mit Archivbildern.

Mit einer Einführung von Alina Bothe, Historikerin an der Freien Universität Berlin sowie am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.
Cinémathèque Leipzig e.V.

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27.06.2016

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