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left action - linksradikale Gruppen in  Leipzig - Termine aus Leipzig
 

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Inhalt

weitere Infos & organisierende Gruppe

15.08.2016 - 22.08.2016
Info-Veranstaltung, Diskussions-
Veranstaltung


10:00 Uhr

Leipzig
Plagwitz / Lindenau
Soziale Kampfbaustelle
abreißen. umgraben. aufbauen

+++ english version below +++

Abreißen. Umgraben. Aufbauen.
Soziale Kampfbaustelle im Leipziger Westen (Lindenau/Plagwitz) (15. – 22.08.16)

Das Viertel soll nicht schöner werden, sondern widerständiger.
Auf dem Camp der Sozialen Kampfbaustelle wollen wir uns als Betroffene von Ausgrenzung, Ausbeutung und Verdrängung organisieren. Auf dem Camp wird es Diskussionen, Ideenaustausch, Vernetzung, gemeinsame Aktionen, kollektive Widerstandsstrategien, ’ne Küche für Alle und Campingmöglichkeiten geben. Unser Ziel ist es, gemeinsam gegen unsere Unterdrückung zu kämpfen und sie langfristig abzuschaffen. Das Camp ist erst der Anfang.

Lindenau und Plagwitz verändern sich in atemberaubendem Tempo. Mieten und Preise steigen, arme Menschen werden verdrängt, andere Menschen rausgeworfen, Mieter*innen aus ihren Wohnungen geekelt. Und das alles nur um noch mehr Geld zu machen. Um die Menschen und ihre Bedürfnisse geht es dabei nicht. Um den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen, braucht es Solidarität, gegenseitigen Respekt und gemeinsamen Widerstand gegen die alltäglichen kapitalistischen Zumutungen. Solidarität und Respekt entstehen erst, wenn Nachbar*innen sich kennenlernen und sich als Gleiche verstehen. Widerstand entsteht erst, wenn wir unsere Nachbar*innen nicht als Konkurrenten*innen wahrnehmen, sondern gemeinsame Interessen erkennen und gemeinsam handeln.

Die Soziale Kampfbaustelle ist ein soziales Experiment. Wir wollen näher zusammenrücken und neue Formen der Zwischenmenschlichkeit ausprobieren. Wir wollen uns aufeinander verlassen und uns vertrauen können. Dafür müssen wir als Erstes die Vereinsamung und Vereinzelung durchbrechen. Unser Widerstand muss dort beginnen, wo wir leben, hier im Kiez. Er beginnt bei uns und unseren eigenen Problemen.

Wir wollen gemeinschaftlich zusammenarbeiten, solidarisch im Alltag miteinander sein und uns gegenseitig helfen, die alltäglichen Bedürfnisse zu erfüllen. Dazu wollen wir über unsere eigenen Bedürfnisse und Probleme bei der Arbeit oder in der Mietwohnung, bei der Erziehung unserer Kinder und in unserer Freizeit reden. Wir haben alle Stress bei der Arbeit, beim Amt, zu Hause, mit den Vermieter*innen und Chefs. Wir können aber auch gemeinsam etwas dagegen tun und müssen nicht allein damit klar kommen.

Um dies dauerhaft zu schaffen, müssen wir Wege aus dem Kapitalismus suchen und sie umsetzen. Wir wollen Strukturen schaffen und Verhaltensweisen erlernen, die es uns ermöglichen, widerständig und revolutionär zu handeln. Dafür müssen alle mitbestimmen dürfen. Dafür sollen Alle an allem teilhaben können. Dafür müssen wir die herrschenden Eigentumsverhältnisse auflösen. Es braucht Freiheit und Fülle für Alle statt privatem Reichtum von Wenigen.

Wir brauchen keine Vormundschaften, keine Überwacher und Verwalter. Wir wollen keine Herrscher und keine Anführer. Niemand soll aufgrund seiner*ihrer Herkunft, Alters oder Geschlechts etc. ausgeschlossen oder diskriminiert werden. Wer andere ausschließen oder ihnen schaden will, hat auf dem Camp nichts zu suchen.

Hiermit sind Sie/bist Du herzlich eingeladen an der ersten Sozialen Kampfbaustelle in Leipzig teilzunehmen.


——————————

English:

Demolish. Dig up. Build up.
Social Struggle Construction Site in the West of Leipzig (Lindenau/Plagwitz) (15. – 22.08.16)

With the SSCS the neighborhood shall not become more beautiful but more resilient and rebellious! At the Camp of the Social Struggle Construction Site (SSCS) we want to organize ourselves as subjects affected by segregation, exploitation and gentrification. The Camp will have discussions, exchange of experiences, networking, joint actions, setup of solidary structures and collective resistance strategies. It is our goal to fight together against our oppression and in the long run abolish it. The Camp is just the beginning.

Lindenau and Plagwitz are changing in a breathtaking speed. Rents and prices are going up, poor people are displaced, other people are thrown out, tenants are frozen out of their places. Just to make more money. This is not about humans and their needs. To put the human and his*her needs in the center, solidarity is needed, mutual respect and collective resistance against the everyday terrors of capitalism. Solidarity and respect emerge when neighbors get to know each other and understand themselves mutually as equals. Resistance emerges when we stop perceiving our neighbors as rivals, when we identify common interests and start acting together. The SCSS is a social experiment. We want to get closer to each other and experiment with new forms of being together. We want to rely on each other and trust each other. Therefore, first of all, we need to break the isolation and loneliness. Our resistance has to start, where we live, here in Lindenau and Plagwitz. Resistance starts with us and our own problems.

We want to work collectively, we want to be solidary in our everyday lifes and help each other to fulfill our needs. Therefore we want to talk about our needs and problems at work or with the rented apartement, with the raising of our children and in our spare time. We all have trouble with work, at the Jobcenter, at home, with the landlords and bosses. But we can act together against that. We are not alone with these problems. To do this in the long term, we need to find ways out of capitalism and realize them. We want to create structures and learn behaviours, which enable us to resist and revolutionize.

Therefore everybody has to have a say and the right to participate. Therefore everybody shall have part in everything. Therefore we must destroy the ruling property relations. We needvfreedom and wealth for everyone, instead of private wealth of some. We do not need paternalism, nor watchmen or administrator. We don’t want rulers or leaders. Nobody shall be excluded or discriminated against on grounds of origin, age, gender etc.. Other people who want to exclude or harm anyone, are not welcome at the Camp of the
SCSS.

You are invited to join and take part the first Social Struggle Construction Site in Leipzig. We try to organise translations into several languages. Please help and bring somebody who is able to translate.
aufbauen.blogsport.eu

17.08.2016
Film


20:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
the wound that needs to be healed
an exploration of the spanish-moroccan border around ceuta

BRD 2016, OmeU, Dok, 56 min, Regie: Vincent Förster

Grenzen sind die Verkörperungen der Widersprüche von Politik im 21. Jahrhundert: Hier prallen Staatssouveränität und internationales Recht, nationale Sicherheit und Menschenrechte, territoriale Integrität und ökonomische Enträumlichung, nationale Kultur und Identität und transnationale Migrationsströme aufeinander. Für (weiße) Europäer_innen, Nordamerikaner_innen und Australier_innen sind diese Grenzen fast unsichtbar, aber für fast alle anderen Menschen auf der Welt sind sie ziemlich real.
Die spanische Exklave Ceuta, an der nordmarokkanischen Küste gelegen und zusammen mit Melilla die einzige Landgrenze zwischen Europa und Afrika, ist ein Paradebeispiel dieser Situation. Die Grenze um Ceuta ist gekennzeichnet durch Zäune, Stacheldraht, Überwachung, irreguläre Übertritte, physische Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle. Damit ist sie physische Komponente einer stark rassifizierten, diskriminierenden Einlasspolitik, die lediglich jenen Menschen Zutritt gewährt, die dem Geschmack der europäischen Staaten entsprechen.
In und um Ceuta herum gedreht, stellt der Film diese Themen in den Vordergrund und zeigt die Multipolarität und Unklarheiten der Grenze auf. Er fragt, warum Grenzen überhaupt existieren und was sie für diejenigen bedeuten, die mit ihnen leben (müssen), indem er die gelebten Grenzerfahrungen von Migranten aus dem Kongo, Kamerun und der Elfenbeinküste, die die Grenze nach Ceuta irregulär überquerten, sowie Marokkanern, die im grenzüberschreitenden Handel tätig sind, beleuchtet. Diese Geschichten werden mit den Gedanken des Filmemachers über seine Begegnungen verwoben und fordern einen Dialog und die Notwendigkeit, sich gegenseitig mehr zuzuhören und zu verstehen, um die Menschenwürde an der Grenze und anderswo wirklich achten zu können.

Im Anschluss Filmgespräch mit dem Regisseur Vincent Förster.

Eine Veranstaltung des Referates für Antirassismus des Student_innenRates der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Cinémathèque Leipzig e.V.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


18.08.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Manislam
mit Podiumsdiskussion

Norwegen 2014, OmU, Dok, 58 min, Regie: Nefise Özkal Lorentzen

Ehrenmorde, Zwangsehen, Gewalttäter - die medial verbreiteten Bilder und Schlagworte über Muslime sind bekanntlich meist äußerst negativ besetzt. Aus einer Kritik an traditionellen Männlichkeiten werden so schnell allgemeine, defizitäre Zuschreibungen, von denen vor allem muslimische Männer sehr stark betroffen sind. Der Dokumentarfilm MANISLAM der türkisch-norwegischen Regisseurin Nefise Özkal Lorentzen wagt einen genaueren Blick darauf, was es bedeutet, Mann und Muslim zu sein. Der Film porträtiert auf kontroverse Weise vier Männer aus der Türkei, Indonesien, Bangladesch und Kuwait, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Reform traditioneller Rollenbilder engagieren. Damit unterlaufen sie das Stereotyp des autoritären, muslimischen Patriarchen und plädieren dafür, Menschen nicht nach bestimmten Bildern von Religion und Tradition, sondern nach ihren individuellen Persönlichkeiten zu beurteilen.

Im Anschluss Diskussion zu Männlichkeiten und Islam mit Delal Atmaca (DaMigra e.V. - Dachverband der Migrantinnenorganisationen) und Özcan Karadeniz (Projektkoordinator „Vaterzeit im Ramadan?!", Verband binationaler Familien und Partnerschaften e.V.)

Eine Veranstaltung des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften Leipzig in Kooperation mit dem Cinémathèque Leipzig e.V.

Mit freundlicher Unterstützung des Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


20.08.2016
Info-Veranstaltung


20:00 Uhr

leipzig
sozial kampfbaustelle
gieszerradweg
Basisdemokratie zwischen Bürgerkrieg und Embargo
Perspektiven für eine Stadt für alle?

Basisdemokratie zwischen Bürgerkrieg und Embargo – Perspektiven für eine Stadt für alle?
Vortrag und Diskussion

Inmitten des Bürgerkrieges in Syrien und umgeben von einem Embargo seitens der Türkei und der kurdischen Autonomieregion Nordirak , entwickelt sich seit dem Sommer 2012 ein basisdemokratisches Gesellschaftmodell, welches durchaus als revolutionär bezeichnet werden kann. Seit den Angriffen des sogenannten Islamischen Staates auf die kleine Grenzstadt Kobane im September 2014 ist der Name Rojava vielen Menschen ein Begriff. Bilder von mit Kalaschnikows bewaffneten lächelnden Frauen gingen um die Welt und stifteten Verwirrung in den patriachal geprägten Gehirnzellen der Betrachter_innen. Bedauerlicherweise beschränkte sich die Berichterstattung zahlreicher Mainstreammedien jedoch auf die Darstellung des „Phänomens“ bewaffneter Frauen ohne den Ursachen dieser so ungewohnten Entwicklung auf den Grund zu gehen. Der Aneignung der Waffe, dem klassischen Macht- und Statussymboles des Mannes, durch die Frau liegt ein jahrzehntelange Diskussions-, Emanzipations- und Organisationsprozess zugrunde, der nun seine Früchte trägt. In Rojava versuchen weite Teile der Bevölkerung ein Gesellschaftsmodell zu etablieren welches auf den Prinzipien Gleichberechtigung, Teilhabe und Konsens basiert. Dafür sind sie im Begriff ein Rätesystem zu schaffen, dessen Basis die Stadtteitkommune bildet. Wir haben Menschen eingeladen, die Rojava bereist haben und sich selber Einblicke in diese Rätestruktur verschafft haben. Wir möchten nach einer Vorstellung dieser Rätestrukturen darüber diskutieren, welche Perspektiven die Entwicklung in Rojava für soziale Kämpfe in Westeuropa bieten. Wie kann es gelingen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in Entscheidungsprozesse zu integrieren und soziale Kämpfe miteinander langfristig zu verbinden? Mit der Diskussion dieser und anderer Fragen möchten wir eine weitere Facette der Sozialen Kampfbaustelle abbilden. Weitere Informationen unter:
aufbauen.blogsport.eu

Samstag den 20.08.16, 20.00
am Gieszerradweg im Rahmen der Sozialen Kampfbaustelle
(Radweg zwischen Gieszerstraße und Naumburgerstraße)
aufbauen.blogsport.eu/

23.08.2016
Film


21:30 Uhr

Leipzig
2cl Sommerkino auf Conne Island
Koburger Str. 3, 04277 Leipzig
Triumph des guten Willens

BRD 2016, deutsche OF, Dok, 95 min, Regie: Mikko Linnemann

„Some of my best friends are german“. Mit diesem Satz führte der Journalist, Buchautor, Kurator, Filmemacher und Historiker Eike Geisel gerne diejenigen vor, die mit Verweis auf freundschaftliche Verhältnisse zu Juden und Jüdinnen den antisemitischen Inhalt eigener Aussagen zu relativieren versuchten. Für Geisel stand dies symptomatisch für die deutsche Erinnerungspolitik, deren vorrangiges Ziel er nicht in der Aufarbeitung des Holocaust sah, sondern in der Einbettung von Auschwitz ins nationale Narrativ. Erinnerung sei in Deutschland, so Geisel, die „höchste Form des Vergessens“. Bereits Mitte der 1980er Jahre sah er die Deutschen nur auf die Gelegenheit warten, „sich nicht trotz, sondern wegen der Juden als nationales Kollektiv zu konstituieren“. Er sollte Recht behalten: 15 Jahre nach jener Aussage führte Deutschland zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder Krieg, und zwar „nicht trotz, sondern wegen Auschwitz“, wie der damalige grüne Außenminister Joschka Fischer betonte.

Geisels Texte wurden in der Zeit, der Taz und in der Konkret veröffentlicht – wenn sie nicht, wie es regelmäßig passierte, aufgrund angeblich unnötiger Polemik abgelehnt wurden. Dem Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit seiner Anklagen hätte Eike Geisel wohl mit Adorno geantwortet, dass „heute überhaupt nur Übertreibung das Medium von Wahrheit sei.“ Adorno, Max Horkheimer und Hannah Ahrendt waren seine theoretischen Anknüpfungspunkte, Henryk M. Broder, Hermann Gremliza und Wolfgang Pohrt seine Verbündeten im publizistischen Kampf gegen „Die Wiedergutwerdung der Deutschen“. Unter diesem Titel erschien 2015 in der Edition Tiamat eine umfangreiche Sammlung von Essays und Texten des Kritikers, herausgegeben von Klaus Bittermann, der zugleich ein Freund Geisels war.

Der Film zeichnet anhand von Texten Geisels, eingesprochen von Robert Stadlober, und Gesprächen mit WeggefährtInnen die Person des „Versöhnungsverweigerer“ nach und erinnert an einen streitbaren und unversöhnlichen Kritiker der herrschenden, und ganz besonders der deutschen Verhältnisse .

„Im Zentrum stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die ,Wiedergutwerdung der Deutschen‘. Texte Geisels aus den 1990er Jahren unter anderem über die Neue Wache und das Holocaust-Mahnmal kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine Normalität, die es eigentlich nicht geben dürfte. Zudem analysieren ausführliche Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder Geisels Thesen in Hinblick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse heute. Von der politischen Biografie Eike Geisels ausgehend, zeichnet Triumph des guten Willens ein Bild linker Debatten der letzten Jahrzehnte und fragt schließlich nach der Möglichkeit von Kritik in unmöglichen Zeiten.“
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


23.08.2016
Film


20:15 Uhr

Leipzig
Stadtgarten H17
Hähnelstraße 17 Leipzig-Lindenau
WATER MAKES MONEY.
WIE PRIVATE KONZERNE MIT WASSER GELD MACHEN

Eine Doku zu den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Kommodifizierung und Privatisierung von Wasser.

(82 Min, 2010, dt. Fassung)

Eintritt frei.
Stadtgarten H17

freiraumsyndikat.de

stadtgarten-
h17(at)
freiraumsyndikat.de

25.08.2016
Veranstaltung


18:30 Uhr

Leipzig-Meusdorf
Wirtshaus zum Monarchenhügel
Schwarzenbergweg 9
Die Schwere der Schuld
Ein Gefängnisdirektor will Gefängnisse abschaffen

JVA-Leiter und Rechtswissenschaftler Thomas Galli wirft anhand authentischer Fälle einen kritischen Blick auf Grenzen und Möglichkeiten des Strafvollzugsystems und zeigt die ungerechte gesellschaftliche Verteilung moralischer und rechtlicher Schuld. Sind Gefängnisstrafen überhaupt sinnvoll. Mindern sie nicht vielmehr die soziale Anschlussfähigkeit und Integrationschancen?

Vortrag & Diskussion mit Thomas Galli
linXXnet

27.08.2016
überregionale Demonstration


17:00 Uhr

Leipzig
Connewitz
Herderstraße Ecke Wolfgang-Heinze-Str
Rechte Netzwerke zerschlagen!
Gegen die »Imperium Fighting Championship«!

Am 27. August 2016 soll in Leipzig zum fünften Mal die “Imperium Fighting Championship” stattfinden. Veranstaltungsort ist erstmals der Kohlrabizirkus im Leipziger Süden. Der Veranstalter, das “Imperium Fight Team”, ist eine von bekannten Neonazis durchsetzte Vereinigung. Der bekannteste von ihnen ist sicherlich der Trainer des Teams, Benjamin Brinsa. Brinsa war ein Führungsmitglied der angeblich aufgelösten rechtsradikalen Ultra-Gruppe “Scenario Lok” des 1. FC Lokomotive Leipzig.

Das “Imperium Fight Team” ist in keinster Weise ein “unpolitischer” Sportverein, dessen Mitglieder zufällig den NS-Aktivismus zum Hobby haben. Ganz im Gegenteil: Dahinter steht ein ganzes Neonazi-Netzwerk, welches Kampfsport einerseits erfolgreich vermarktet, andererseits aber diesen auch gezielt außerhalb sportlicher Wettkämpfe anwendet. Dies stellt eine permanente Bedrohung für People of Color, LGBTIQ*, Linke und viele andere Menschen in Sachsen und darüber hinaus dar. Dabei haben wir insbesondere den Angriff auf den eher links geprägten Stadtteil Connewitz am 11. Januar dieses Jahres noch nicht vergessen.

Wir werden es nicht hinnehmen, dass Neonazis ein Großevent nur wenige hundert Meter vom Ort der Angriffe im Januar entfernt durchführen. Mit einer entschlossenen Demonstration zum Kohlrabizirkus und einer politischen Kampagne im Vorfeld wollen wir rechte Netzwerke aufdecken und ins Fadenkreuz der Kritik nehmen. Ihre Zerschlagung ist unser politisches Ziel!

Neonazi-Banden im failed state Sachsen

Der sächsische failed state ist eine Wohlfühlzone für Neonazis. Während Polizei und Justiz vor allem gegen linke Aktivist*innen und die Pressefreiheit vorgehen, bilden sich Neonazi-Banden, die versuchen, die Ordnungsgewalt einfach selbst in die Hand zu nehmen. Rechte Bürgerwehren agieren weitgehend ungestört und werden höchstens mal von Bundesinstitutionen juristisch aufs Korn genommen. Es ist sicher kein Zufall das militante Neonazi-Organisationen wie die ‘Weiße Wölfe Terrorcrew” sich einnisten, sowie auch der “Nationalsozialistische Untergrund” (NSU) Zwickau als Rückzugsort für seine bundesweite rassistische Mordserie auswählte und dabei beste Unterstützung aus dem Erzgebirge erhielt.

Während sich der globale Kapitalismus in einer tiefen Krise befindet und die “neuen Bundesländer” nie wirklich erfolgreich in die Marktwirtschaft integriert werden konnten, erleben militante Clans und Banden mit reaktionären Ideologien weltweit einen Aufschwung – auch in der vermeintlich stabilen BRD. Wo es für große Teile der Bevölkerung keine befriedigende soziale Perspektive gibt und lieber nach unten getreten wird, als den Kapitalismus infrage zu stellen, organisieren sich einige in reaktionärer und repressiver Form jenseits von Staat und erstem Arbeitsmarkt.

Gerade für Neonazis, die die parlamentarische Demokratie unterwandern und zugunsten einer “Volksgemeinschaft” abschaffen wollen, bietet diese Situation eine nicht zu unterschätzende politische Perspektive. Einige nutzten den gewaltsamen Zerfall Jugoslawiens, um Kampferfahrung auf kroatischer Seite zu sammeln, und kehrten dann nach Sachsen zurück – wie beispielswiese Reinhard R., der im vergangenen Jahr beim Pläuschchen mit NPD- und Legida-Anwalt Arndt Hohnstädter bei einem Legida-Aufmarsch beobachtet werden konnte. Letzterer ist übrigens auch Rechtsbeistand des erwähnten Imperium-Trainers Brinsa.

Die erwähnten Personen und Zusammenhänge sind nur ein Bruchteil dessen, was über rechte Netzwerke in Sachsen bekannt ist, und sollen an dieser Stelle exemplarisch für das stehen, was hier politische Realität ist. Ohne den Staat aktiv zu übernehmen oder gar Ansätze von politischen Mehrheiten zu organisieren, schaffen es Rassist*innen und Neonazis immer wieder, durch Netzwerke, Seilschaften und Banden eine rechte Hegemonie in Teilen Sachsens und der ganzen BRD zu etablieren. Mit Brandanschlägen auf Asylbewerberunterkünfte, Überfälle auf Linke, Attacken auf migrantische Geschäfte und Morde an People of Color auf offener Straße schaffen die Rechten bereits im Hier und Jetzt politische Fakten. Die Existenz von No-Go-Areas geht auf das Konto genau solcher rechter Netzwerke, die weitaus größer sind als ihre politischen Vertretungen namens NPD, Die Rechte, III. Weg oder AfD.

Während die Bundesregierungen seit den 90er Jahren eine Politik der europäischen Abschottung forcieren, treiben rechte Akteur*innen den rassistischen Normalzustand besonders im Osten der Republik auf die Spitze. Dabei schaffen sie sich durch Geschäftsnetzwerke eine ökonomische Basis für ihr politisches Handeln. Die gesellschaftlichen Teilbereiche, in denen sich rechte Netzwerke ausgebreitet haben, sind dabei keinesfalls neutrale Schauplätze einer aus der politischen Sphäre induzierten Dynamik. Die Kampfsportszene, Sicherheitsunternehmen, das Rotlichtmilieu, die Rockerszene, Bürgerwehren, das Militär sind alles zutiefst reaktionäre und von Grund auf patriarchal strukturierte Zusammenhänge, die alle notwendigen Grundlagen für rechtsradikale Ideologie innehaben. Sie sind nicht undifferenziert in ihrer Gänze als “Neonazi-Domänen” abzutun, aber als sexistische, autoritäre und teils rassistische Strukturen in den Fokus linker Kritik und Praxis zu rücken!

Das Wirken des “Imperium”-Netzwerks

Wem das alles zu abstrakt ist, der*die muss sich bloß einmal das Imperium-Netzwerk anschauen. Der beteiligte Neonazi Brinsa gehört faschistischen Strukturen in der Fanszene des 1.FC Lokomotive Leipzig an. Dieses Umfeld war auch an den Angriffen auf Connewitz parallel zum Legida-Geburtstagsaufmarsch am 11. Januar 2016 beteiligt. Ebenfalls beim Angriff dabei: einer der beiden Inhaber der Sicherheitsfirma Pro GSL. Diese wiederum ist ein Sponsor der “Imperium Fighting Championship”. Bis vor einem Jahr saß Pro GSL in der Großen Fleischergasse 4 in der Leipziger Innenstadt. Dort sitzt auch die “Metropolis Table Dance Lounge” – ebenfalls ein Sponsor der Kampfsportveranstaltung und Treffpunkt von rechten Hooligans bei diversen Legida-Demonstrationen. Von hier aus gingen mehrfach Angriffe auf Antifaschist*innen aus.

Ein weiterer Sponsor: der dem Rotlicht-Milieu zuzuordnende Sauna FKK Club. Und ein weiterer Zusammenhang soll hier nicht unerwähnt bleiben: Im Vorfeld der Legida-Demonstration im Januar brannten nicht nur alternative Bauwägen aus. Auch der im Kohlrabizirkus ansässige Kampfsportverein “8 Weapons Gym”, der sich öffentlich gegen Legida positioniert hatte, fiel einem Brandanschlag zum Opfer und wurde vollkommen zerstört. Wenn nun der Kohlrabizirkus seine Räumlichkeiten für ein Neonazi-Netzwerk wie “Imperium” zur Verfügung stellt und Monate zuvor einem Mieter die Einrichtung niederbrennt, ohne dass Einbruchsspuren an den Türen zu finden sind, stellen sich uns durchaus einige Fragen. Diese werden wir im Rahmen unserer Kampagne mit Nachdruck stellen.

Wir lassen uns nicht von Neonazis terrorisieren und werden nicht zusehen, wie ganze Regionen zu Zonen rechter Hegemonie gemacht werden.

Deshalb: Kommt am 27. August zu unserer Demo gegen die Imperium Fighting Championship.

Rechte Netzwerke zerschlagen!
Kampagne gegen die “Imperium Fighting Championship” in Leipzig

netzwerke.noblogs.org/

06.09.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Oslo, 31. August
20 Jahre Drug Scouts

Norwegen 2011, OmU, 96 min, Regie: Joachim Trier

Sprache: Norwegisch mit deutschen Untertiteln

Der 34-jährige Anders reist nach 10 Monaten in einer Entzugsklinik auf dem Land erstmals wieder nach Oslo - für einen Tag in die Stadt, in der er einst zu den coolsten Typen gehörte. Er sucht Anschluss an ein Leben, das er einst eigenmächtig zu beenden versuchte und mit dem er nichts mehr anzufangen weiß.

In ruhiger und lebensnaher Erzählweise nähert sich der Film dem Zustand des Verlorenseins, ohne dabei überzudramatisieren, und verharrt im letzten Abschnitt vorm Erwachsenwerden irgendwo zwischen oft gestellten existenziellen Fragen und einer nüchternen Gegenwartsanalyse.

Im Anschluss Filmgespräch mit Drug Scouts und einem Suchttherapeuten.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20jährigen Jubiläum des Projekts Drug Scouts.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


07.09.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
The Spanish Earth (+ Vortrag)
80 Jahre Beginn des Spanischen Bürgerkrieges

USA 1937, OmU, Dok, 52 min, Regie: Joris Ivens, Ernest Hemingway

Mit einem Filmabend widmet sich die Cinémathèque Leipzig dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges im Jahre 1936. Der bewaffnete Konflikt in Spanien Mitte der 1930er Jahre war weit mehr als nur ein Bürgerkrieg, er war eine entscheidende Auseinandersetzung zwischen dem aufkommenden europäischen Faschismus und antifaschistischen KämpferInnen, die in Verteidigung der Freiheit aus ganz Europa auf die Iberische Halbinsel reisten. Der Spanische Bürgerkrieg ist damit ein historisch einzigartiges Beispiel internationaler Solidarität - und zeigte zugleich ihre Widersprüche auf.

Teil I: The Spanish Earth + Vortrag

Der historische Dokumentarfilm The Spanish Earth wurde 1937, nurz nach Beginn des Spanischen Bürgerkrieges, von Ernest Hemingway und Joris Ivens vor Ort gedreht, um außerhalb Spaniens für die Unterstützung der Internationalen Brigaden zu werben. Der Film zeigt das einfache Leben der spanischen Landbevölkerung und ihren Kampf gegen die vorrückenden FaschistInnen.

Historische Einführung und anschließendes Gespräch mit Alexandre Froidevaux, Historiker/Berlin.
Alexandre Froidevaux ist Mitglied im Gesprächskreis Geschichte der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Autor des Buches "Gegengeschichten oder Versöhnung? Erinnerungskulturen und Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung vom Bürgerkrieg bis zur Transición (1936-1982)", Heidelberg: Verlag Graswurzelrevolution, 2015.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit linXXnet und der Wochenzeitung Jungle World.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


07.09.2016
Film


22:00 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Land and Freedom
80 Jahre Beginn des Spanischen Bürgerkrieges

GB/BRD/Spanien 1995, OmU, 110 min, Regie: Ken Loach

Kultfilm und Klassiker des politischen Kinos von Ken Loach über den Kampf der Internationalen Brigaden gegen den faschistischen Putsch in Spanien Mitte der 1930er Jahre - und gegen Machtansprüche und Verfolgung in den eigenen Reihen. Teil II des Themenabends 80 Jahre Beginn des Spanischen Bürgerkrieges.

Nach dem Tod ihres Großvaters findet eine junge Frau in Liverpool einen alten Koffer mit Briefen, Zeitungsausschnitten, Fotografien und ein mit Erde gefülltes rotes Halstuch. Die Enkelin begibt sich auf eine Zeitreise auf der Suche nach der ihr unbekannten Familiengeschichte: Im Frühling des Jahres 1936 verlässt ihr Großvater als junger britischer Kommunist David Carr (Ian Hart) seine Heimatstadt Liverpool in Richtung Spanien, um dort den Kampf gegen den Faschismus aufzunehmen. In Spanien angekommen, schließt er sich der internationalen marxistischen Milizengruppe POUM (Partido Obrero de Unificación Marxista) an. Nachdem David bei einer Aktion verletzt wird, geht er in das libertäre Epizentrum der Spanischen Republik, nach Barcelona. Dort schließt er sich, wie ursprünglich geplant, einer kommunistischen Kämpfergruppe an. Bald wird er auch in der katalanischen Hauptstadt in die scheinbar nie enden wollenden Kämpfe mit den faschistischen Gruppierungen verstrickt. Der Brigadist muss aber feststellen, dass nicht nur die UnterstützerInnen des faschistischen Franco-Putsches eine Gefahr darstellen, sondern auch die stalinistische Repression den „kurzen Sommer der Anarchie“ bedroht.

Themenabend 80 Jahre Beginn des Spanischen Bürgerkrieges

Mit einem Filmabend widmet sich die Cinémathèque Leipzig dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges im Jahre 1936. Der bewaffnete Konflikt in Spanien Mitte der 1930er Jahre war weit mehr als nur ein Bürgerkrieg, es war eine entscheidende Auseinandersetzung zwischen dem aufkommenden europäischen Faschismus und antifaschistischen KämpferInnen, die in Verteidigung der Freiheit aus ganz Europa auf die Iberische Halbinsel reisten. Der Spanische Bürgerkrieg ist damit ein historisch einzigartiges Beispiel internationaler Solidarität - und zugleich ihrer Widersprüche.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit linXXnet und der Wochenzeitung Jungle World.
Cinémathèque Leipzig e.V.

cinematheque-
leipzig.de/


20.09.2016
Diskussions-
Veranstaltung


19:30 Uhr

Leipzig
Conne Island
Koburger Straße 3
Vergangenheit als Zukunft? Europas Krise und die Linke
Gespräch mit dem Historiker Dan Diner (Jerusalem/Leipzig)

Überall auf dem Kontinent erstarken nationalistische Parteien und Bewegungen, die vehement »weniger Europa« fordern oder zumindest ein anderes – ein »Europa der Vaterländer« – wollen. Mit dem Brexit wird der europäische Einigungsprozess erstmals seit seinem Beginn umgekehrt. Der Austritt weiterer Staaten aus der EU ist nicht auszuschließen. Im Fall eines Sieges von Marine Le Pen bei den 2017 in Frankreich anstehenden Präsidentschaftswahlen zeichnet sich ein antieuropäisches Horrorszenario ab.
Während im Inneren Europas der Zusammenhalt schwindet, zeigen sich an den Grenzen des Kontinents Herausforderungen, die längst vergangenen Zeiten entsprungen scheinen. Statt der nach dem Ende des Kalten Krieges vielfach prognostizierten Friedensdividende und der Entstehung eines »globalen Dorfs«, häufen sich mit der russischen Besetzung der Krim und der östlichen Ukraine, aber auch mit dem Bürgerkrieg in Syrien und den Entwicklungen in der Türkei geopolitische Konflikte und Kriege um Territorium und Einfluss, die an das Zeitalter des Imperialismus erinnern.
Umso mehr gilt Europa für Flüchtlinge aus Bürgerkriegsregionen, Zonen der politischen Unterdrückung und der Armut nach wie vor als Versprechen. Doch gerade der Umgang mit ihnen hat dem europäischen Integrationsprozess geschadet. Insbesondere kleinere EU-Staaten empfanden Angela Merkels Willkommenspolitik als Dominanz deutscher Interessen und deutscher Moral. Demgegenüber verwiesen Staaten wie Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei nicht nur auf die eigenen ökonomischen Probleme, sondern vor allem auf die nationale Geschichte als Nichteinwanderungsländer. Hierin verstärkt sich die Wahrnehmung einer verstörenden Differenz: Während sich die Politik hierzulande mit Ausnahme der AfD als proeuropäisch versteht und diesen Habitus mit wirtschaftlicher Nützlichkeit und als moralische Läuterung aus den Verbrechen des Nationalsozialismus begründet, wächst im Ausland der Widerstand gegen die europäische Integration, auch weil Deutschland als alte und neue Macht europäischer Hegemonie-Bestrebungen verdächtig ist.
Auch der Großteil der deutschen Linken kritisiert deutsche Dominanzbestrebungen, sieht darin jedoch in erster Linie den Ausdruck neoliberaler Kapitalinteressen. Geschichtspolitische Begründungen, die Europas Zusammenwachsen als erfolgreiche Demokratisierungs- und Friedenstrategie – als »Antwort auf die Geschichte« – verteidigen, gelten als vorgeschoben. Das derart »entlarvte« Integrationsprojekt erscheint nur noch als Europa des Kapitals, demgegenüber eine Rückkehr zur Volkssouveränität und zur sozialen Solidarität gefordert wird. Bewusst oder unbewusst nimmt diese Haltung die Zerstörung der gegenwärtigen europäischen Institutionen in Kauf und verschwimmt mit den Stimmen rechter Europakritiker, die ebenfalls die bürokratische Herrschaft des Finanzkapitals und die Entmündigung des Volkes beklagen.
Die Veranstaltung des Roten Salon folgt einer anderen Perspektive. So soll vor dem Hintergrund des historischen Kontextes der gegenwärtigen Desintegration der Fortschrittsgehalt der europäischen Einigung bemessen werden. Im Anschluss daran ist danach zu fragen, aus welchen Gründen viele Linke sich dieser Sichtweise verschließen und ob ihre Ablehnung der EU heute noch die richtige Antwort auf die europäische Krisendynamik ist.

Als Gesprächsgast begrüßen wir mit dem Historiker Dan Diner, seit 2001 Professor für moderne europäische Zeitgeschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem und bis 2014 Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig, einerseits einen ausgewiesenen Kenner der europäischen Geschichte, andererseits aber auch einen politischen Publizisten, der aus eigenem Erleben wie als Herausgeber der Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik mit den Debatten der Linken vertraut ist.
Roter Salon im Conne Island

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23.09.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
And-ek Ghes
+ Filmgespräch mit dem Regisseur Philip Scheffner

BRD 2016, OmU, Dok, 93 min, Regie: Philip Scheffner, Colorado Velcu

AND-EK GHES ("Eines Tages") ist ein Lied und ein Versprechen: an die Geliebte, an die Kinder, an sich selbst. Familie Velcu aus Faţa Luncii, Rumänien, zieht nach Berlin und inszeniert sich selbst in eine mögliche Zukunft hinein.

"AND-EK GHES..." ("Eines Tages...") lautet der Refrain des Titelsongs, in dem der Junge seiner Geliebten eine Zukunft in Berlin verspricht, wenn ihre Liebe nur stark genug ist, ihm zu folgen. Geschrieben hat das Lied Colorado Velcu, charismatisches Multitalent, alleinerziehender Vater von sieben Kindern, Roma, Herz, Motor und Chronist einer Großfamilie aus Faţa Luncii in Rumänien. AND-EK GHES... ist die Fortsetzung einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit, die auf Vertrauen und Freundschaft zwischen den Co-Regisseuren Philip Scheffner und Colorado Velcu basiert. Sie begann mit dem Film REVISION (Berlinale, Forum 2012): Der Versuch, einen gemeinsamen filmischen Raum zwischen Protagonisten, Filmemacher und Publikum zu eröffnen, wird nun, drei Jahre später, erweitert. Die Kamera dupliziert sich, zu der des Filmemachers kommen eine, zwei, drei Kameras, die von Hand zu Hand wandern. Und nicht nur ihn, auch uns lassen sie hinein in eine Welt, in der Humor, Chuzpe und Zusammenhalt gegen Armut und Ausgrenzung antreten. In der sich die Velcus entgegen aller Zuschreibungen immer wieder neu erfinden. In der Berlin in den flirrenden Farben von Bollywood zu leuchten beginnt. Eine Welt, in der Realität und Fiktion manchmal nur ein Lachen weit auseinanderliegen.
Cinémathèque Leipzig e.V.

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27.09.2016
Film


19:30 Uhr

Leipzig
Cinémathèque in der naTo
Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig
Der Name der Leute
+ Gespräch über (kulturelle) Zugehörigkeit und Identität

Frankreich 2010, OmU, 104 min, Regie: Michel Leclerc

Bahia hat einen eigenen, kreativen Umgang mit dem mal latenten, mal offenen Rassismus in Frankreich entwickelt: Sie nutzt jede Gelegenheit, ihren hybriden Status als Französin mit algerischem Vater als identitärer Solitär möglichst öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Ganz nach dem Lebensmotto ihrer hippiebewegten Eltern "Make love not war" schläft sie mit politisch rechts stehenden Männern, um sie ideologisch „umzudrehen“. Eines Tages trifft sie auf Arthur, der sich eigentlich ganz wohl dabei fühlt, mit seinem konservativen Allerweltsnamen in der anonymen Masse unterzutauchen, um nicht als „fremd“ angesehen zu werden. Nach ihrem ersten Zusammentreffen finden die beiden unaufhörlich Anlässe, um über ein Thema zu diskutieren: Sind sie nun einzigartig oder unablösbar Teil einer Gruppe der Gesellschaft? Und so muss sich Arthur plötzlich nicht nur mit Bahias mitreißendem Idealismus, sondern auch mit der wahren Geschichte seiner Familie auseinandersetzen.

Die fiktive Geschichte des Films ist eng verwoben mit Ereignissen französischer Politik, so dass auch das Thema Identitätspolitik immer wieder in erfrischender Weise kommentiert wird. Die anschließende Diskussion zu Zugehörigkeiten und Identitäten wird eng daran anknüpfen, denn: Die Theorie vom clash of cultures wird bekanntlich immer wieder aus der Mottenkiste hervorgeholt und mit ihr der Wunsch nach der Eindeutigkeit von Zugehörigkeit zu einem wie auch immer gedachten kulturellen Kosmos. Dies gerade in einer Zeit, in der das Leben nicht nur rund um den Globus, sondern auch im Zentrum Europas instabiler und weniger planbar zu werden scheint. Ideen von gesellschaftlicher Pluralität werden jedoch in Frage gestellt, wenn Identitäten als statisch und unverhandelbar präsentiert werden. Dies betrifft gerade Menschen in interethnischen und multireligiösen Familien. Schnell geraten sie unter den Verdacht, im Entweder-Oder gefangen zu sein, so dass die zwei Seiten der starr gedachten Kulturen an ihnen zerren und ziehen. Dieser von Vorurteilen geprägte Blick blendet aus, dass kulturelle Vielfalt und Mehrfachzugehörigkeiten längst zum Alltag eines Großteils der europäischen bzw. bundesdeutschen Bevölkerung gehören.

Im Anschluss Gespräch mit Gästen über (kulturelle) Zugehörigkeit und Identität.

Eine Veranstaltung des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften Leipzig in Kooperation mit dem Cinémathèque Leipzig e.V.

Mit freundlicher Unterstützung des Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung und dem Aktionsfonds der Strategie "Leipzig. Ort der Vielfalt" der Stadt Leipzig gefördert im Bundesprogramm "Demokratie leben!"
Cinémathèque Leipzig e.V.

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01.10.2016
Diskussions-
Veranstaltung


11:00 Uhr

Leipzig
Liebknecht-Haus Leipzig (Dachgeschoss)
Braustraße 15, 04107 Leipzig
Diskussion mit dem Vorsitzenden der DKP Genossen Patrik Köbele zu aktuell-politischen Fragen und dem weiteren Zusammenwirken der Linken
DKP Leipzig
Rotfuchs RG Leipzig
Marxistisches Forum Leipzig

16.08.2016

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