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VERANSTALTUNGEN
Gender Kritik Reihe, Universität Leipzig
20.5. Begriffe von Gewicht. Patriarchat oder Heteronormative
Matrix?
19 Uhr, Geisteswissenschaftliches Zentrum (GWZ),
Beethovenstraße 15, Hörsaal 2010. Eintritt frei.
Patriarchat, heteronormative Matrix, Sexismus, Frauenunterdrückung
-- Begriffe, hinter denen sich verschiedene Konzepte von feministischer
Gesellschaftskritik verbergen. Anstatt wilder und sinnfreier Wortjonglage
wollen wir diese Konzepte offen legen und einer Kritik unterziehen.
So wie sich die gesellschaftliche Realität verändert,
wandeln sich auch die Begriffe, die zu ihrer Analyse herangezogen
werden. »Patriarchat« gilt in manchen Kreisen als altbacken,
verstaubt und dem Oldschool-Feminismus zugehörig. Dagegen kommt
»heteronormative Matrix« für andere als abstrakter
und unzugänglicher Szenejargon daher, der sich in queeren Zusammenhängen
zwar großer Beliebtheit erfreut, für die Außenwelt,
die Judith Butler nicht gelesen hat, aber eine leere Worthülse
bleibt. Das Für und Wider und die Treffsicherheit der beiden
Konzepte sollen diskutiert werden.
Referent_innen:
Sonja Engel, Doktorandin (Leipzig)
Hannah Holme (Leipzig)

Im Jahr 2009 feiert die BRD ihr 60jähriges Bestehen
und 20 Jahre Maueröffnung. Die Proteste der DDR-BürgerInnen
1989 werden dabei unisono als „friedliche Revolution“
mystifiziert. Im selben Atemzug werden die Ereignisse zum Gründungsmythos
einer geläuterten, souveränen und selbstbewußten
Nation erhoben. Die Rehabilitierung Deutschlands nach dem Zweiten
Weltkrieg erscheint damit vollendet. Begonnen hatte sie mit der
Ratifizierung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949, dem symbolischen
„Bruch mit dem Nationalsozialismus“. Das Ende der DDR
leitete die rhetorische Gleichsetzung von DDR und NS ein. Die Deutschen
gelten dabei als bloße Opfer „zweier Diktaturen“
und es gelingt ihnen, sich von der Verantwortung für die NS-Verbrechen
weiter zu lösen. Diese Geschichtsumdeutung stellt das nationale
Kollektiv in eine weltoffene, freiheitliche und demokratische Tradition.
Die steigende Zahl von Naziübergriffen und -aktivitäten
sowie von Alltagsrassismus und anderen Diskriminierungen passen
freilich nicht in dieses Bild. Im Rahmen der Wendefeierlichkeiten
sind sie deshalb allenfalls eine Randnotiz wert. Auch über
den kapitalistischen Alltagsbetrieb und dessen inhumane Verwertungslogik
wird kein Wort verloren.
Das Bündnis AK 2009 wird sich mit einer Veranstaltungsreihe
in Leipzig gegen die deutsche Mythenbildung positionieren und unsere
Ablehnung des nationalen Taumels begründen.
Unter dem Motto „Still Not Lovin’ Germany“ rufen
wir zu einer bundesweiten Demonstration am 10. Oktober in Leipzig
auf.
Es bleibt dabei:
Wenn Deutschland sich feiert, ist das keine harmlose Party!
Zum AK 2009 Leipzig gehören:
Antifaschistischer Frauenblock Leipzig (AFBL), AntinationalistInnen
aus Leipzig, EGALeipzig, Initiative gegen jeden Extremismusbegriff
(INEX), Leipziger Antifa (LeA)
weitere Informationen unter: http://antide2009.blogsport.de/
Begriffe von Gewicht.
Patriarchat und heteronormative Matrix.
Mittwoch, 17.06.09 19:30 Uhr im Conne
Island (Koburger Straße 3)
Patriarchat, heteronormative Matrix,
Sexismus, Frauenunterdrückung – Begriffe, hinter denen
sich verschiedene Konzepte von feministischer Gesellschaftskritik
verbergen. Anstatt wilder und sinnfreier Wortjonglage wollen wir
diese Konzepte offen legen und einer Kritik unterziehen. So wie
sich die gesellschaftliche Realität verändert, wandeln
sich auch die Begriffe, die zu ihrer Analyse herangezogen werden.
»Patriarchat« gilt in manchen Kreisen als altbacken,
verstaubt und dem Oldschool-Feminismus zugehörig. Dagegen kommt
»heteronormative Matrix« für andere als abstrakter
und unzugänglicher Szenejargon daher, der sich in queeren Zusammenhängen
zwar großer Beliebtheit erfreut, für die Außenwelt,
die Judith Butler nicht gelesen hat, aber eine leere Worthülse
bleibt.
Das Für und Wider und die Treffsicherheit der beiden Konzepte
sollen diskutiert werden.
In Kooperation mit der Zeitschrift Phase 2. Die Veranstaltung
findet gleichzeitig zum Erscheinen der neuen Phase
2 mit dem Schwerpunkt »Queer« statt.
– Eine Diskussionsveranstaltung vom
Antifaschistischen Frauenblock Leipzig (AFBL) im Rahmen des Begleitprogramms
zum Festival »Amplify! gender.text & tanz« –

Veranstaltungsreihe "Gewalt gegen
Frauen im Nationalsozialismus und ihre Rolle im Erinnerungsdiskurs"
07.02.2008
19:30 Uhr
Leipzig
Conne Island
Koburger Str. 3 |
Sexzwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern
Vortrag und Diskussion mit Christa
Paul
Kriminalisierung, Kasernierung
und Verfolgung von Prostituierten waren die eine Seite nationalsozialistischer
Politik. Die andere Seite war die von staatlichen Institutionen
initiierte Errichtung eines Netzes von Bordellen unterschiedlicher
Kategorien: Bordelle für Wehrmachtsangehörige, Bordelle für
Fremd- und Zwangsarbeiter und Bordelle für Häftlinge in Konzentrationslagern.
In den Bordellen für Häftlinge der Konzentrationslager mussten
Frauen aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau
arbeiten. Sie hofften auf eine in Aussicht gestellte Entlassung
aus den Konzentrationslagern oder auf bessere Überlebensbedingungen
im Konzentrationslager.
Die staatlich errichteten Bordelle waren Teil des nationalsozialistischen
Terrors und Teil der Geschichte sexualisierter Gewalt an Frauen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die staatlich errichteten
Bordelle tabuisiert. Dadurch konnten die Frauen, die in den
Bordellen arbeiten mussten, ihre Erfahrungen nirgendwo erwähnt
finden. Nur vereinzelt sprechen Frauen über ihre Zeit in einem
KZ-Bordell. Die meisten Frauen schwiegen, weil es sexualisierte
Gewalt war, die sie erlitten, und weil sie befürchteten, diskriminiert
zu werden. Der Bericht einer Frau, die in einem KZ-Bordell
arbeiten musste, wird vorgestellt. Beleuchtet wird auch die
Entschädigungspolitik, insbesondere in Hinblick auf ihre Bedeutung
für das Schweigen über die Lagerbordelle.
Christa Paul ist Autorin des
Buchs "Zwangsprostitution: Staatlich errichtete Bordelle
im Nationalsozialismus".
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21.02.2008
19:30 Uhr
Leipzig
Conne Island
Koburger Str. 3 |
Zwangsarbeiterinnen in
Ravensbrück
Lesung und Filmmaterial mit Loretta
Walz
In einer Mischung aus Lesung und
Filmausschnitten stellt Loretta Walz Überlebende des Frauen-KZs
Ravensbrück vor. In diesem Lager nördlich von Berlin waren
über 130.000 Frauen und Kinder inhaftiert. Zehntausende wurden
systematisch ermordet oder starben auf Grund der Lagerbedingungen.
Die meisten der Überlebenden haben nie von der Schreckenswelt
des Konzentrationslagers gesprochen. Gegen Hunger, Tod und
Verzweiflung täglich neu ums Überleben zu kämpfen, schließlich
mit der Erinnerung an die tiefste Erniedrigung weiterzuleben
- jahrzehntelang wollte es niemand wissen.Loretta Walz befragt
in Ihrem Buch "Und dann kommst du dahin an einem schönen
Sommertag" Überlebende nach ihrem ganzen Leben, nicht
nur den Jahren in Ravensbrück.
Neben der Arbeit der Referentin und ihren Erfahrungen bei
den Interviews wird der Schwerpunkte der Veranstaltung auf
Inhaftierte als Zwangsarbeiterinnen in den SS-Werkstätten
und Siemenswerken liegen.
Loretta Walz ist Autorin und
Regisseurin. Sie beschäftigt sich seit 1980 mit den Lebensgeschichten
von Überlebenden aus Ravensbrück. Insgesamt führte sie 200
Interviews
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26.02.2008
20:00 Uhr
Leipzig
UT Connewitz
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Die Frauen von Ravensbrück
Dokumentarfilm von Loretta Walz
(2005, 90 min.)
"Die Frauen von Ravensbrück"
ist der erste umfassende Dokumentarfilm über das größte Frauen-Konzentrationslager
der NS-Geschichte.
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18.03.2008
19:30 Uhr
Leipzig
Conne Island
Koburger Str. 3 |
Vergewaltigung im deutschen
Opferdiskurs
Vortrag und Diskussion mit Regina
Mühlhäuser
Regina Mühlhäuser diskutiert die
Bedeutungen sexueller Gewalt durch alliierte, insbesondere
sowjetische Soldaten in den Erinnerungsdiskursen in beiden
Teilen Deutschlands und nach 1990. Dabei geht es auch um Vergewaltigungen
durch Wehrmachtssoldaten, die bis heute ein Tabu darstellen.
In aktuellen Debatten - z.B. über den ARD-Zweiteiler "Die
Flucht" oder das Tagebuch "Eine Frau in Berlin"
- ist oft zu hören, sexuelle Gewalt durch Soldaten der Roten
Armee sei bis jetzt ein Tabuthema gewesen. Für die Nachkriegsgeschichte
der DDR kann man dies sagen. Ein Blick auf die BRD zeigt jedoch,
dass die Vergewaltigungen ab den 1950er Jahren zur Metapher
wurden, um Deutschland als "Opfer der Russen" zu
stilisieren. Darin kamen die konkreten Gewalterfahrungen von
Frauen allerdings nicht vor. Die Vergewaltigungen wurden als
nationale Erfahrung entsexualisiert. Frauenorganisationen,
die dies als Mangel thematisieren, landen schnell auf der
Seite der Vertriebenenverbände. Die Referentin diskutiert
außerdem, auf welche Weise sich betroffene Frauen dazu äußern,
und wie im Laufe der autobiografischen Erzählung der Konflikt
zwischen Zeitzeuginnenschaft und Erinnerungskultur an Reibung
gewinnt.
Regina Mühlhäuser ist Mitglied
der AG "Krieg & Geschlecht" am Hamburger Institut
für Sozialforschung. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Sexuelle
Gewalt im Krieg sowie Gender und Sexualität im Nationalsozialismus.
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